uxzentrisch präsentiert und diskutiert User Experience mehr…

Github überspringt einen Ordner

GitHub hat sich für sein Webinterface etwas neues einfallen lassen, um Nutzern das Navigieren von Ordner-Hierarchien zu erleichtern. Ordner, die nur einen einzigen Unterordner haben, werden dafür in der Ordnerliste zusammengefasst. Nutzer bekommen eine Abkürzung, um direkt in den tieferen Unterordner zu springen und sparen sich somit auf dem Weg in die Tiefe einen Klick.

Github Ordner überspringen

Die Abbildung zeigt ein Beispiel. Der grau eingefärbte Teil des jeweiligen Ordnernamens ist der Ordner, der auf der aktuell angezeigten Ebene liegt. Dahinter steht nach einem Trennzeichen in blau, der Linkfarbe, der Name des Unterordners. Ein Klick auf die gesamte Zeile führt natürlich direkt in diesen Unterordner.

Die Navigation von Ordnern und Unterordnern ist ein uraltes Interaktionspattern. Gerade deswegen finde ich diese Optimierung bemerkenswert, so einfach sie auch erscheinen mag. Wer weiß, vielleicht wird sie ja in einer der nächsten Versionen von Mac OS oder Windows aufgegriffen.

Passwortstärke mittels Gamification verbessern

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Toller Einsatz von Micro-Gamification bei Armorgames für die Incentivierung der Erstellung eines starken Passwortes. Das musste ja von einem Spieleentwickler kommen ;) Habt ihr schon einmal etwas ähnliches gesehen?

Danke an @SimonTheis für den Tipp.

Sehen und gesehen werden. UX-Design für unsere Wahrnehmung (2)

Die menschliche Wahrnehmung ist darauf spezialisiert, Muster und Strukturen aus der Flut von Umweltreizen herauszulesen, die ständig auf Augen und Hirn einströmen. Teil 1 dieses Beitrags hat die kognitionswissenschaftlichen Grundlagen der visuellen Wahrnehmung umrissen und nach der Bedeutung für das UX-Design gefragt.

Für Anwendungen und Websites, die den Nutzer führen möchten, reicht es jedoch nicht, die Mustererkennung zu unterstützen und grafische Elemente gut unterscheidbar und verstehbar zu machen. Die Aufmerksamkeit des Betrachters muss vielmehr gelenkt werden.

It was bigger than any design project we’ve ever had.” And all for a font. But that’s perhaps not surprising, as type has become one of the hardest working elements in today’s interfaces, which have been stripped of ornamentation in order to create breathing room for the increasingly complex functions they have to perform.

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Matias Duarte im Wired Magazin über den neuen Roboto Font.

Enterprise UX – Warum der Endnutzer gerne ausgeklammert wird

Das Thema Enterprise UX wird im Bereich der Unternehmenssoftware in der jüngsten Vergangenheit mehr und mehr diskutiert und man spürt deutlich, wie Bewegung in diesem Bereich kommt. Wir alle sind es inzwischen gewohnt, dass viele Apps und Websites intuitiv bedienbar und optisch ansprechend sind. Ob wir uns für oder gegen die Nutzung eines digitalen Produkts entscheiden, hängt maßgeblich davon ab, was für eine User Experience wir damit haben. Haben wir kein allzu positives Erlebnis, ist es durchaus selbstverständlich, dass wir zu einem anderen Anbieter wechseln. Die Hersteller von consumer-basierten Produkten und Diensten wissen das natürlich. Dementsprechend sind die Bemühungen groß, Kunden aufgrund negativer Nutzungserlebnisse nicht zu verlieren.

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Leider sieht der Arbeitsalltag oftmals anders aus. So manche Software, mit der wir dort konfrontiert werden, erscheint uns wie eine Zeitkapsel aus vergangenen Jahrzehnten mit dazu passendem Nutzungserlebnis.

Frisches neues uxzentrisch Design

So, nach nun beinahe 5 Jahren uxzentrisch haben wir unser Design überarbeitet. Für alle die direkt den Browser Resizen: Nein, das neue Theme ist nicht responsive :) Warum? Weil das aufwändiger gewesen wäre. Wir haben in erster Linie unserem alten Theme eine CSS und Typo-Frischekur unterzogen.

Das große Lob für den gelungenen Refresh gebührt Jan Dienstknecht.

Wie findet ihr das neue Design?

The BBC intranet used to analyze its top searches and then place the Top 10 on the homepage and other relevant pages. Once people could now easily find this Top 10, they stopped searching for them. So, over time, a new top 10 search queries emerged. And this caused a vicious circle because once they replaced the ‘old’ Top 10 with the ‘new’ Top 10, the old top 10 started getting searched for again.

Gerry Mc Govern. The changing nature of search behavior

Oh, das scheint noch spannender …

In meinem letzten Beitrag habe ich die Idee der neuen, kontext- und inhaltssensitiven Platzierung der Navigation illustriert. Im zweiten Artikel der Reihe zu Navigationsmuster im responsive Design befasse ich mich mit den inhaltsstarken Seiten indem ich eine Neugestaltung der www.bbc.co.uk/news Website vorschlage.

Artikel 2 von 4: Inhaltsstarke Seiten

Der Nutzer mag und kennt die Seite, er kehrt oft zurück. Es ist ein Thema, das ihn interessiert. Dieses Thema erkundigt er ausführlich, ähnliche Themen könnten seine Aufmerksamkeit erregen. Er wird eher ein Thema vertiefen, statt ein ganz neues, viel breiteres Thema zu erforschen. Der Anbieter verfügt über viel mehr Inhalte als der Bereich, der den Nutzer interessiert. Diese Inhalte sind thematisch bzw. logisch gebündelt. Der Nutzer fühlt sich also in einem der gebündelten Themen – ich nenne sie Knotenpunkte – heimisch. Sowohl für den Nutzer, aber vielleicht noch mehr für den Anbieter, ist es sinnvoll, weitere Themengebiete zu entdecken (der Nutzer) bzw. zu präsentieren (der Anbieter).

Die Lösung der Navigationsproblematik im responsive Design

In dieser Artikelreihe befasse ich mich mit der Übersetzung von komplexer Informationsarchitektur in das responsive Raster. Eigentlich beantworte ich aber die Frage nach der inhalts- und kontextsensitiven Navigation.

Artikel 1 von 4: Die neue Ordnung

Die alte Ordnung

Wir Interaktionsdesigner suchen typischerweise nach einer Lösung des Problems. Zuerst definieren wir das Problem: Wie gebe ich einen extrem tiefen Navigationsbaum auf einem mobilen Endgerät wieder? Dann legen wir die Lösung fest: ein System von Navigation-Patterns, das mobil-tauglich ist.

Und wir vergessen an dieser Stelle die magische Frage „Warum?“ zu stellen. Wir vergessen die Definition des Problems zu hinterfragen.
Warum soll ich einen extrem tiefen Navigationsbaum auf einem mobilen Endgerät wiedergeben?
Weil gute Inhalte tief in der Struktur abgelegt sind.
Warum sind gute Inhalte tief in der Seitenstruktur vergraben?

Sehen und gesehen werden. UX-Design für unsere Wahrnehmung (1)

Wir betrachten die Wolken und erkennen einen Hasen, der über den Himmel jagt. Wir sehen zwischen drei Frauen, die in einer großen Gruppe Menschen sind, eine Verbindung, weil sie ein rotes Kleid tragen. Wir bilden Gruppen aus Dingen, die nahe beieinander sind. Wir erkennen spielend, welches Element nicht in eine Reihe passt.

Warum das so ist, liegt an der spezifischen Funktionsweise unserer Wahrnehmung: Durch Ordnen, Strukturieren, Kategorisieren bändigen wir das sonst unbeherrschbare Chaos der Sinneseindrücke. “Finding Patterns is the essence how we make sense of the world”, formuliert es der Computerwissenschaftler und Wahrnehmungspsychologe Colin Ware auf fast schon poetische Weise. (Colin Ware: Visual Thinking: for Design, 2008)