uxzentrisch erörtert:
Anti-Pattern: Funktionsdeutsch

Zunächst mal das positive: Die Paketverfolgung von DPD ist, wenn man es auf die deutsche Startseite schafft, wirklich leicht zu finden. Man findet die Funktion direkt im Kopfbereich der Startseite (und aller anderen Seiten). Gut so.

dpd_eingabefeld

Hier bekomme ich ein (!) Eingabefeld, in das ich die mir übermittelte Verfolgunsnummer eintragen kann. Mit der Frage, ob es sich bei dieser Nummer um eine »Paketscheinnr.« oder eine »Referenznr.« handelt, will ich mich eigentlich nicht beschäftigen. In der Mail, die ich vom Online-Versand erhalten habe, steht »Parcel-No.«. Aber die Vorgabe scheint zu stimmen.

Wir erinnern uns? Das haben wir schon schlimmer gesehen.

Die prompt gelieferten Tracking-Informationen jedoch sind von zweifelhaftem Nutzwert.

dpd_tracking

Einrollung? Scannung? Ausrollung? Was ist das? Klar, kann ich versuchen, mir darunter etwas vorzustellen. Aber muss ich denn wirklich? Warum sagt mir DPD nicht, was mit dem Paket passiert ist?

Selbst wenn man bedenkt, dass DPD diese Applikation in vielen Sprachen zur Verfügung stellt, ist der Aufwand, den man für informative Texte hätte aufbringen müssen, im Vergleich zum Aufwand der Entwicklung sicherlich eher gering. Abgesehen von dem Aufwand, der entsteht, wenn DPD-Kunden die angezeigten Informationen missverstehen und deswegen die Hotline bemühen müssen.

Das ist zugegeben nur ein sehr kleines Beispiel für die falsche Verwendung einer Sprache, die sich nicht an Kunden richtet, sondern an Mitarbeiter. Sie ist bestens geeignet, mit jeder beantworteten Frage eine neue aufzuwerfen. Ich gebe diesem Phänomen hiermit den Namen Funktionsdeutsch (Und das Hashtag #funktionsdeutsch) und werde in Zukunft mit Freude nach weiteren Beispielen Ausschau halten. Natürlich freue ich mich dabei über Eure Unterstützung!