uxzentrisch zitiert:

»The reason that everything was better back when everything was worse is that when everything was worse, it was actually possible for people to have experiences that were a pleasant surprise.«

Barry Schwartz beim TED Talk über das »Paradox of Choice«.

In der UX-Gemeinde ist schon viel über Schwartz‹ Ideen geschrieben worden. Endlich bin auch ich mal auf das Video des TED talks gestoßen, den er bereits 2005 gehalten hat. Da bringt Schwartz in 20 unterhaltsamen Minuten sehr eloquent auf den Punkt, was seiner Ansicht nach das Problem mit unserer »Wahlfreiheit« ist.

Der oben zitierte Satz ist für mich die Essenz seiner Rede für User Experience Designer. Nach Schwartz führen viele Wahlmöglichkeiten dazu, dass unsere Erwartungen an ein Produkt steigen. Wenn Käufer und Nutzer unserer Produkte schon bei der Auswahl des Produkts, und später sicherlich bei der Bedienung des Produkts, vor hunderte von Möglichkeiten gestellt werden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie angenehm überrascht werden, gering. Und die Nutzer werden sich selbst die Schuld für Ihre Unzufriedenheit geben, denn sie haben ja selbst die falsche Wahl getroffen.

barry-schwartz

Aktuell komme ich nicht umhin, mich zu fragen, was das alles wohl für die Zufriedenheit der Wähler in einer demokratischen Gesellschaft bedeutet.

2 Kommentare

Peter Scheidt vor 6 Jahren

Hm, soweit wie mit der Demokratie würde ich gar nicht gehen wollen, da spielen noch ein paar andere Dinge als Bedienungskomfort rein ;-) Denn wie »nutze« ich eine Demokratie oder den dazugehörenden Staat?

Im Ernst, die vorgestellte Annahme könnte ein Faktor sein, der den Erfolg von Apple ausmacht. Konsequent wenige Produktversionen (im Vergleich zu bspw. Dell, geschweige denn, wenn man die Gesamtheit des Marktes nimmt) mit wenig Extras, nur ein OS (nicht Home, Home Premium, Business, Professional und Ultimate als Update, Vollversion oder Systembuilder).

Tobias Jordans uxzentrisch vor 6 Jahren

Ja, ein super Vortrag. Ich habe mir damals notiert: »Früher hatten wir wenig Auswahl und waren glücklich mit unserer Wahl. Heute haben wir viel Auswahl und das ausgewählte Ergebnis passt besser, trotzdem sind wir unglücklicher, weil wir bei dieser Auswahl das »Perfekte« erwartet haben (Jeans-Beispiel). Es gibt eine Grenze, ab der mehr Auswahl zu weniger Beiteiligung führt (Unternehmensrente-Beispiel)«