uxzentrisch erörtert:
Das Gesetz der Nähe oder die UX-Schwäche meines DVD-Players

Das von der Gestaltpsychologie formulierte Gesetz der Nähe besagt: „Elemente mit geringen Abständen zueinander werden als zusammengehörig wahrgenommen.“

Dieses Gesetz fand ich eindrucksvoll bestätigt, als ich meinen DVD-Player zum fünften Mal versehentlich ausgeschaltet habe, anstatt die Schublade zum Wechseln der DVD zu öffnen. Der Grund für meine „Fehlleistung“: Der Hersteller hat den Power-Knopf direkt neben die Schublade gesetzt, während die Open/Close-Taste sich weitest möglich entfernt befindet.

dvd-player

Da tröstet es nur wenig, dass sich der DVD-Player beim Ausschalten freundlich mit einem „BYE“ auf dem Display verabschiedet …

 

5 Kommentare

Sebastian vor 2 Jahren

Der Vorteil dieses Verfahrens ist, sie können die Schublade mit der rechten Hand öffnen, mit der linken die DVD einlegen und dann direkt wieder schließen.

Nächste Frage, wofür braucht ein DVD-Player eine Anzeige? Ist er nicht sowieso an eine riesige Anzeige angeschlossen?

Nikolai Merk uxzentrisch vor 2 Jahren

Mit dieser Logik wäre es aber trotzdem sinnvoller die Schubladentaste links neben der Schublade anzuordnen.
Denn die meisten sind Rechtshänder.
Und imho ist beim einlegen der DVD mehr Feinmotorik gefragt, als einen Taster zu drücken.

Sebastian vor 2 Jahren

Allerdings entnimmt man die DVD auch mit der linken Hand (Scheibe ist in der Hülle rechts angeordnet) und legt die Hülle mit der rechte Hand wieder weg. Daher hat man die rechte Hand frei um den Knopp zu drücken und die Scheibe mit der linken einzulegen ;)

Tobias Jordans uxzentrisch vor 2 Jahren

Ich kann deine Frustration gut nachvollziehen. Ich habe mich schon gefragt, ob ich dieses Jahr auf dem UX Camp gezielt nach Produktdesignern von Alltagsgegenständen suche um sie zu fragen, warum sie es einfach nicht hinbekommen … :-).

Neben der Nähe greift für mich noch eine zweite Mechanik, die das Problem an zweiter Stelle verschärft: Gleiches sollte gleich aussehen. Unterschiedliches aber nicht.
»Power« und »Kasette zu« haben nix miteinander zu tun … – Der Zwang der Produktdesigner Produkte auf den ersten Blick hübsch aussehen zu lassen durch Symmetrie und versteckte oder winzige Button tut der Usability nicht gut.
Bzw.: Sie nehmen sich nicht die Zeit es usable _und_ schön zu machen – was mich zurück zu meiner UX-Camp-Idee führt: Warum?…

Sabine Büttner Autor vor 1 Jahren

Ein verspätetes Danke für eure Kommentare!
Tobias, du hast völlig recht, eine deutlichere visuelle Unterscheidung der beiden Buttons bzw. der Beschriftung könnte hier auch zur Verbesserung beitragen. Wobei ich glaube, dass das Gesetz der Nähe ein ziemlich starkes ist, das nur schwer mit anderen Wirkungen zu überlagern ist.