uxzentrisch erörtert:
Mit Überzeugungskunst entwickelt sich die Usability zur UserExperience

In einem interessanten Video spricht Eric Schaffer, CEO von Human Factors International, über Usability und User Experience.

»Usability ist nicht mehr genug« ist keine Kernaussage, sie ist vielmehr die Basis, auf der mit Überzeugungskunst aufgesetzt werden muss, um ein Produkt erfolgreich zu machen.

Schaffer, dessen Firma das Wort User Experience aus mir unbekannten Gründen zu vermeiden versucht und lieber nur von Experience oder ihrer Wortschöpfung PET Design (Persuasion, Emotion, and Trust) spricht, fasst das Problem der Usability gut zusammen:

Mit Usability kann man zwar testen, ob ein Nutzer etwas erreicht (»can do«). Die wichtige nächste Frage ist jedoch, ob er die auch erreichen will (»will do«).

Schaffers Beispiele: Ich kann Dinge in einem Shop finden. Gut. Aber will ich sie auch wirklich kaufen? Ich kann Inhalte auf einer Website verstehen. Gut. Aber sind sie wirklich interessant genug, dass ich auch wieder komme?

Um die »will do«-Frage zu beantworten, muss der UX-Experte stärker auch in (geschäfts-)strategische Fragen eingebunden werden.


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Besonders gut an Eric Schaffer Monolog finde ich – abgesehen davon, dass das Video angenehm zu gucken ist – wie präzise er aus Sicht eines Usabilty-Professionals herausarbeitet, warum seine eigene (ehemalige) Zunft sich jetzt mit neuen Fragen befassen muss. Damit beschreibt er die gleiche Sicht auf die Usability-Szene, die auch schon Jesse James Garret in unserem Interview beschreibt und die wir mit Knut Polkehns Sicht des deutschen Usabilitybegriffs verglichen haben.

Schaffer sieht mit diesem Wandel zwei Dinge verbunden.

  1. Usability Tests müssen sich weiterentwickeln, damit sie neben der Bedienbarkeit auch die Begehrlichkeit überprüfen. Dazu seien vor allem aufändigere Selektionskriterien nötig damit die richtige Zielgruppe gefragt wird.
  2. UX-Professionals müssen sich Weiterbilden in den Überzeugungskünsten… ein Thema, mit dem die klassische Werbung sich schon lange intensiv befasst. Dort müsse man nach Wissen suchen.