uxzentrisch erörtert:
Mobiles Domain- und URL-Design: 3 Dinge, die uns ein schlechtes Beispiel lehrt

Ein gutes Domain- und URL-Design ist essenziell für eine erfolgreiche Webseiten mit guter User Experience. Lasst uns anhand eines Beispiels anschauen, warum man bestimmte Fehler vermeiden sollte und wie wie es besser geht.

Das Szenario: Ihr erhaltet einen Link auf http://winfuture.mobi/news/66153 und öffnet ihn ihn eurem Desktop-Browser. Zu sehen erhaltet ihr die mobile Website. Um sie besser lesen zu können und die Videos abzuspielen, versucht ihr auf die Desktop-Version zu wechseln.

Für dieses Beispiel ist es erst einmal nicht wichtig, wie wir an die mobile URL kommen sind. Wahrscheinlich erreichte sie uns über Twitter oder per E-Mail.

Vorab: Ihr werdet schnell sehen, dass ein Nutzer mit unserem Szenario seine Schwierigkeiten hätte. Die gute Nachricht ist: Winfuture hat wenigstens schon mal eine mobile Seite – das ist ein wichtiger, erster Schritt – und die Möglichkeiten der Verbesserungen sind eindeutig und zumindest konzeptionell nicht kompliziert.

Lasst uns jetzt trotzdem im Detail betrachten, warum die URL in unserem Szenario eine schlechte mobile URL ist und wie man es besser machen könnte:

Domain: Bei vielen mobilen Seiten wie beispielsweise YouTube reicht es aus das »m.« aus der URL zu löschen um statt der mobilen die Desktopversion anzuzeigen. Winfuture dagegen nutzt eine andere Domainendung. Diese kann man zwar ebenso problemlos ändern, weiß aber nicht, wie die Originalendung lautet. Ich habe .com ausprobiert und erhielt eine Typosquatting-Seite – ein UX-Problem für einen anderen Artikel – und musste .de als richtige Endung ergoogeln um weiter zu kommen.

Fazit Domains: Es gibt einen Grund, warum schon 2007 die verbreiteste mobile Domain »m.domain.xy« lautete. Es ist ein quasi-Standard – und das aus gutem Grund.

URL-Design: Marian hat es schon mehrfach ausführlich für uxzentrisch beschrieben: Coole URLs ändern sich nicht, sondern sind sprechend, einfach zu modifizieren und so intelligent, dass sie zum intendierten Ziel weiterleiten. Aus für den Nutzer unerklärlichen Gründen hat die Desktop-URL aber mit der mobilen URL wenig zu tun:

http://winfuture.de/news,66153.html
http://winfuture.mobi/news/66153

Fazit URL-Design: Desktop- und mobile URLs müssen dem gleichen Aufbau folgen. Das Ändern der Domain muss ausreichen um zwischen den Versionen zu wechseln.

Versionswechsel: All dieses URL-Hacking war im Übrigen nur nötig, weil die Website selbst mir keine Möglichkeit bot, zwischen den Versionen zu wechseln. Das Minimum dazu ist ein Link am Ende der Seite, der den direkten Wechsel zwischen der Artikel-Ansichten erlaubt. Noch schöner ist natürlich, wenn die Seite merkt, dass es ein Desktopbrowser ist, der gerade die mobile Version anzeigt und fragt, ob zur »richtigen« Version gewechselt werden soll.

Fazit Versionswechsel: Abseit der Primär-UseCases gibt es viele Gründe, warum Nutzer eine Seite auf die eine oder andere Weise anzeigen wollen. Das Interface muss ihnen die Optionen geben – und darf dabei nicht den Fehler machen, den Nutzer zu bevormunden.

Abschließend: Wie Winfuture arbeiten viele Websiten an einer mobilen Version – und das ist gut so. Ich hoffe, diese drei Tipps helfen die UX eurer Seiten noch weiter zu verbessern und ich freue mich, wenn ich bald mehr optimierte mobile Seiten nutzen darf.

Welche guten oder schlechten Beispiele fallen euch ein? Und welche Verbesserungsvorschläge hättet ihr?