uxzentrisch erörtert:
Motivation durch Verknappung

Scarcity Mental Notes card, (c) by Stephen Anderson

Wer hätte das gedacht? Scarcity ist nicht etwa der Titel eines B-Movies über eine Stadt voller Menschen mit Narben. Nein, das Wort bedeutet tatsächlich etwas, nämlich »Mangel« oder »Verknappung«.

Das und mehr kann man erfahren, wenn man sich die aktuelle SpoolCast-Episode mit einem Auszug aus Stephen Andersons Vortrag Designing Seductive Business Apps anhört.

Interessant sind vor allem die Beispiele, die Anderson aufführt, um zu verdeutlichen, wie Verknappung als Motivator eingesetzt werden kann. Dabei mag ein Anwendungsbeispiel aus dem E-Commerce noch sehr naheliegend sein. Dort zeigt Anderson ein Beispiel, wo die Angabe der noch verbleibenden Stückzahl (bzw. ein gelegentliches »Ausverkauft« bei der einen oder anderen Variante) eines Produkts dazu beiträgt, den Nutzer zum Kauf anzuregen.

Weniger naheliegend fand ich allerdings die künstliche Verknappung bei einem Eingabefeld für einen Feedback-Text. Die Macher einer Site (Anderson nennt hier als Namen »Ripple« oder etwas ähnliches) wollen durch Experimente herausgefunden haben, dass sie bei einer Maximallänge von 200 Zeichen qualitativ das beste Feedback bekommen.

So werden Nutzer offenbar dazu angeregt, sich so kurz zu fassen wie möglich (aber nicht kürzer). Anderson stellt in diesem Zusammenhang auch die Behauptung auf, dass bei Twitter gerade die Verknappung auf 140 Zeichen als Motivator funktioniert.

Die gesamte Episode des PodCasts ist nur etwas über 15 Minuten lang. Dazu kann man sich Andersons Beispiele als PDF ansehen.