uxzentrisch erörtert:
Müssen Websites Laut geben?

Flash-Sound nervt mich. In den meisten Fällen jedenfalls. Ich möchte nicht bei jedem Aufruf der Startseite den doofen Werbejingle irgendeines Anbieters hören müssen. Oder eine Band spielt automatisch ihre aktuelle Platte ab. Gut bei der Band kann ich damit noch so gerade eben leben, aber auf Firmenwebsites mit Werbejingles zugemüllt zu werden geht gar nicht.

Wenn Sound auf einer Seite unbedingt sein muss, dann kann dieser auch On-Demand gestartet werden statt den Benutzer damit zu belästigen. Ein youtube Video läuft ja auch nicht direkt los, wenn es irgendwo in der Seite eingebunden ist. Die Freibeuter Mentalität, mit der mein Lautsprecher gekapert wird, ist nicht wirklich freundlich gegenüber dem Nutzer.

Warum nervt mich das? Und warum ist das sogar kontraproduktiv? Im Normalfall höre ich Musik mit meinem Rechner, oder der Sound ist aus. Wenn ich dann eine Website aufrufe die mich durch Geräusche irgendeiner Art in meinem Musik hören stört, ist das Fenster schneller geschlossen als dem Sitebetreiber lieb ist.

Die Konsequenz, keine Musik mehr mit dem Rechner zu hören und den Sound immer ausgeschaltet zu haben, ist mir keine Website wert. Wieso auch? Das gleiche Produkt, die gleiche Dienstleistung, die gleiche Information bekomme ich irgendwo anders im Web auch – und das ohne genervt zu werden.

7 Kommentare

Simon vor 7 Jahren

Gegenfrage: Müssen Webseiten leise sein? Ich stimme Dir zu, dass das nerven kann, wenn man »ungewollt« beschallt wird, aber ich kenne viele Seiten wo der (gute) Ton zur Seite gehört und die Beschallung die »Erfahrung« dieser Seite um ein vielfaches verschönert!

Ich finde man darf Sound nicht pauschal verbannen, sollte aber an Stellen wo er eigentlich nicht erwartet wird, z.B. per (Flash-)Cookie nur einmal am Tag abspielen lassen (Thema: Firmen-Jingle) oder wie du sagst nach Verlangen :o)

Interessant wäre dies – finde ich – für Browser. So ein »Mute-Button« nur für alles was aus dem Browser kommt ;o)

Martin Gude Autor vor 7 Jahren

@Simon: Ich gebe dir durchaus recht, dass Sound auch gut genutzt werden kann. Sound kann die Seite durchaus verschönern und durch gezielten und intelligenten Einsatz auch positive Effekte erzielen.

Gerade im Bereich Spiel- und Unterhaltungs-Websites kann Sound durchaus angenehme Effekte haben. Aber je weiter man sich von dem Aspekt der Unterhaltung entfernt, desto kritischer sehe ich die Nutzung von Sound.

Sehr schön ist das meines Erachtens nach auf mcdonalds.de gelöst. Der Unterhaltungsbereich wird durch (übrigens sehr angenehmen) Sound untermalt und die Informationssparte ist vollkommen soundfrei.

Mir geht es auch nicht darum, Sound vollkommen aus dem Web zu verbannen, er muss nur in jedem Fall intelligent eingesetzt werden. So könnte man ja durchaus in einem Flash Cookie speichern: dieser Benutzer hat den Ton schonmal ausgeschaltet und dann einfach stumm bleiben. Nur häufig sind die Stummschalter einfach zu unauffällig.

Um Flash komplett stumm zu machen gibt es das Windows Freeware Tool FlashMute, das Flash komplett stumm schaltet. Leider gibt es keine MacOS Entsprechung.

Simon vor 7 Jahren

Da hast Recht: je informationslastiger die Seite ist, desto wichtiger ist, dass Sound nur bei Aufforderung kommt. Er sollte aber deswegen nicht fehlen ;o)

Dieses FlashMute ist doch Flash-Diskrimination ^^

Ich finde dieses FlashMute zu übergreifend. Was mich eigentlich bei den Browsern stört ist, dass Sound in Tabs, die ich gar nicht aufhabe, trotzdem abgespielt wird. Wenn man zu viele Tabs auf hat, muss man sich erst mal durchklicken bis man die Beschallungquelle gefunden hat. Das nervt wenn man Lautsprecher an hat und der Sound schön quietschig ist ;O)

Ein nettes Beispiel, wenn ich auch nicht alles an der Seite mag:
http://www.jasonkrenson.com/ – Der Musik-Geschmack ist gut ;o) und erzeugt zusammen mit dem Bild unheimlich Atmosphäre. (Das wars aber auch schon ;o)

Was ich bei McDonald’s sehr gut finde, ist, dass die Flash als Hintergrund-«Bild« nutzen, um das Bild immer schön groß oder klein je nach Browserfenstergröße anzuzeigen.

Martin Gude Autor vor 7 Jahren

Dein Link ist ein sehr gelungenes Beispiel, wie man Sound intelligent, unterhaltend und somit auch zielführend einsetzen kann.

Die Idee, Sound in Background Tabs zu unterdrücken ist eine guter Ansatz aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss. So könnte man nicht im Hintergrund ein Youtube Video »anschauen« um Musik zu hören.

Ich würde mir wünschen, wenn ich einzelnen Tabs/Sites im Browser sagen könnte, ob sie Sound machen dürfen.

Marian Steinbach uxzentrisch vor 6 Jahren

Wenn Ihr mal einen Benchmark für den unpassenden Einsatz von Sound auf einer Website sucht, hätte ich einen anzubieten:

http://www.nespresso.com/

Dort hat praktisch jeder Unterbereich seinen eigenen Sound. Aber das beste ist: Viele Links auf der Site öffnen sich in einem neuen Fenster/Tab. Das Ergebnis: Man ist einer Kakophonie von sich überlagernden Sounds aus zwei, drei oder noch mehr Browserfenstern ausgesetzt. Das war sicher nicht das, was sich die Auftraggeber unter einem »intensiven Brand-Erlebnis« vorgestellt haben.

Peter Scheidt vor 6 Jahren

Vielleicht hat Apple ja Dein Wegklagen gehört, Martin :-)

Kurzfassung auf Deutsch:
Apple will sich individuelle Lautstärke-Einstellungen für Web-Seiten patentieren lassen (mactechnews.de)

Original auf Englisch:
Apple may give Safari audio controls to silence irritating websites (appleinsider.com)

Martin Gude Autor vor 6 Jahren

Oh! Ja ja ja! Ich liebe die Jungs aus Cupertino. Nur das Patent stört mich irgendwie dabei. Ich verstehe nicht wirklich wie so etwas patentierbar sein kann aber genau das wollte ich immer schon haben.