uxzentrisch erörtert:
Neue Informationen für Buspendler in Köln

Heute morgen bei der Fahrt ins Büro habe ich wieder einmal über die immer umfassenderen Möglichkeiten der Informationsvisualisierung im öffentlichen Raum staunen dürfen. Die Kölner Verkehrsbetriebe haben seit neuestem auch an vielen Bushaltestellen aktuelle Fahrtenanzeigen und gleichzeitig das neue Feature, dass ein Bus als im Stau stehend abgebildet werden kann. Die Technologien werden immer besser, der Fortschritt ist nicht aufzuhalten!

Aber was nützt mir das Wissen das ein ein Bus im Stau steht? Soll ich mich nach Alternativen umschauen? Aber woran mache ich das fest? Bedeutet Stau, dass der Bus viel später kommt? Ist es so schlimm, dass die KVB nicht wagt zu vermuten, wann er endlich eintrifft? Man kann es schlecht einschätzen, die Information »Stau« ist reichlich nutzlos.

Dann doch lieber wieder die alte Angabe der erwarteten Ankunftszeit und einfach ein paar Minuten draufschlagen. Damit kann ich was anfangen.

3 Kommentare

Dominik vor 6 Jahren

Ich behaupte, dass die KVB in letzter Zeit vermehrt einen unterschwelligen »also an uns liegt’s nicht«-Ton anschlägt, wenn es um Probleme geht. »Stau« heißt dann wahrscheinlich so viel wie »Wir wären pünktlich, logisch, aber wir können ja gar nicht!«.

Da mag ja sogar stimmen und vielleicht ist es gar nicht so dumm, als Verkehrsunternehmen die Kunden ein Stück weit darüber aufzuklären, dass nicht jede Verspätung selbstverursacht ist. ABER: Wie du schon richtig schreibst, in diesem Fall schadet mir die Information sogar, anstatt sie mir nützt.

Wie ich überhaupt auf die These oben komme: Innerhalb der letzten Wochen habe ich mehrfach recht vorwurfsvolle Durchsagen mithören dürfen, der Tenor: »Mit Vandalismus/Türen nochmal aufmachen/über die Gleise springen/… schaden Sie sich nur selbst und verursacht Schaden in der und der Höhe.« Scheiße ja, aber ICH stehe in der Kälte, habe nichts getan und warte auf die Bahn. Hmpf. »You wouldn’t steal a Staßenbahn!«

Marian Steinbach uxzentrisch vor 6 Jahren

@Dominik Ich kann Deinen Eindruck von der KVB weder bestätigen, noch widerlegen, da ich selbst selten mit Bus oder Bahn unterwegs bin.

Die Durchsage, die Du beschreibst, passt aber durchaus ins Bild, das ich von der KVB habe. In der Vergangenheit hat man z.B. auch mit Durchsagen zum Thema Sauberkeit immer wieder mal versucht, die Fahrgäste zu erziehen.

Solche Versuche finde ich aus mehreren Gründen schwierig. Zum einen habe ich immer das Gefühl, dass die Durchsagen im Ton etwas daneben liegen – ein wenig zu trotzig vielleicht. Dann fehlt mir irgendwie die Balance zwischen den eigenen Bemühungen und dem Appell an die Fahrgäste.

Wahrscheinlich hat es ein Unternehmen, das selbst eher als kundenfreundlich wahrgenommen wird, auch leichter bei den Bemühungen, die Kunden zur Mithilfe zu bewegen.

Lutz Schmitt Autor vor 6 Jahren

Bei ihrer neuen Kommunikationsoffensive macht die KVB, aber auch ein paar Sachen garnicht so schlecht. Gestern Abend lief nämlich auf der Anzeige folgendes ab (aus dem Gedächtnis wiedergegeben):
»Auf der Linie 13 verhinderte ein Verkehrsunfall die Einhaltung des Fahrplans. Wir bitten um ihr Verständnis.«

Ja, richtig, Vergangenheitsform! Schön, dass die KVB nun auch nach dem akuten Vorfall noch weiter informiert. So versteht man dann besser, warum die Bahn vielleicht noch nicht 100% wieder im Takt fährt. Auch weiss man so, dass die Störung behoben wurde. Vorher fiel nämlich einfach die Nachricht, dass es eine akute Störung gibt, einfach weg.

Ich bin gespannt, was sie noch alles in nächster Zeit machen. Es bleibt spannend. ;-)