A/B-Testing und Nutzer-Trägheit
A/B-Testing als Werkzeug für die Conversion-Optimierung ist momentan in aller Munde. Leider gibt es noch wenige detailliert publizierte Testergebnisse, über die sich Erfahrungswerte austauschen und diskutieren lassen. Allenfalls plakative Aussagen wie »300 % mehr Conversion nur durch eine Textänderung« finden Ihren Weg an die Öffentlichkeit.
Insbesondere die Zeit-Komponente wird leider selten beleuchtet. Dabei habe ich gerade mit einem Test auf einer privaten Website eine interessante Beobachtung gemacht, was die Entwicklung der Ergebnisse über die Zeit betrifft.
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Time Machine
Netvibes hat einen ganz neuen Reader (Codename Wasabi) zum Lesen von Feeds. Die Beiträge werden darin aus verschiedenen Feeds in einer gemeinsamen Ansicht zusammengeführt, nach Zeitpunkt der Veröffentlichung sortiert. Konzeptionell ähnelt das dem Google Reader.
Besonders nett finde ich die Zwischenüberschriften über Artikeln, die laut ihrer Veröffentlichungszeit eigentlich noch gar nicht erschienen sein dürften:
»Doc are you telling me you built a time machine?«
Herzerwärmend. Treue uxzentrisch-Leser wissen, dass man mir mit sowas eine Freude machen kann. (Der Screenshot entstand 17.24 Uhr MEZ)
»Games have crept out and they are going everywhere. […] Who do you think is designing these games? Skilled game designers? No, not really. Just, like, whoever is there is doing it. Imagine if skilled game designers are getting a hold of these kinds of things.«
Der Satz stammt aus einer sehr unterhaltsamen Präsentation von Jesse Schell mit dem Titel »Design Outside the Box« im Rahmen der DICS2010 Konferenz im Februar. Im Kontext spricht Schell über allerlei Dinge im Leben, die mehr und mehr die Gestalt von Spielen annehmen: Rabattpunkte, Bonusmeilen, Weight Watchers, …
(via sustain)
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CO2 einsparen, typisch Schwedisch
Wer bei H&M online bestellt, kommt nicht nur in den Genuss einer versandkostenfreien Lieferung, sondern kann auch Sachen, die ihm nicht gefallen oder nicht passen, kostenlos an H&M zurück senden. Das ist einerseits kundenfreundlich, verursacht aber andererseits auch Kosten und belastet die Umwelt.
H&M fügt (zumindest bei größeren) Lieferungen eine Anleitung bei, die Kunden darüber informiert, wie sie aus dem goßen Versandkarton einen kleineren machen können. Falls sie also nicht alle bestellten Teile wieder zurücksenden, sondern nur ein paar, können sie so den Karton auf etwa ein Drittel des ursprünglichen Volumens verkleinern.
Unten auf dem Blatt finden Kunden auch, ganz non-verbal, die Begründung, warum sie sich diese Mühe machen sollten.
So helfen die Kunden dabei, Transportkosten zu minimieren und haben dabei noch ein gutes Gefühl. Irgendwie typisch Schwedisch.
Kennt Ihr solche Methoden auch von anderen Versandhändlern?
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PDF-Rechnung als interaktives User Interface
Rechnungen nicht per Post sondern per E-Mail als PDF zu versenden bzw. zum Download anzubieten, gehört seit geraumer Zeit zum Einmaleins der Kosteneinsparung im Endkundengeschäft. Das PDF-Format bot sich zur Ablösung der Printversion deshalb an, weil man die Rechnungsdokumente dafür in der Regel überhaupt nicht verändern musste. Kunden wurden häufig mit finanziellen Anreizen dazu gebracht, auf den Postversand zu verzichten und auf die PDF-Rechnung umzustellen.
Nur die wenigsten Unternehmen dürften sich Gedanken darüber gemacht haben, ob ein per E-Mail versendetes, am Bildschirm geöffnetes Dokument denn tatsächlich die selben Anforderungen erfüllen muss wie ein Druckerzeugnis.
Das Mobilfunkunternehmen O2 Germany bildet nun die erste mir bekannte Ausnahme.
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Willkommensgruß passend zum Referer
Es ist schon etwas unerwartet, wenn man eine Website zum ersten mal besucht, aber trotzdem (fast) persönlich angesprochen wird. Ich kenne das ja vor allem von vereinzelten WordPress-Blogs, kommend von der Google-Suche:
»Lieber Nutzer, sie haben nach ›blah blub‹ gesucht. Hier finden Sie alles über blah blub. Lesen Sie außerdem auch folgende Artikel: …«.
In anderer Form habe ich das zuletzt auf apptizr.com erlebt – einer Site, die ich bis dahin noch nicht kannte. Nichts ahnend bin ich einem Link von der Blippy-Seite http://blippy.com/jason gefolgt, wo ich auf das »OpenTable« App Icon in der Kaufhistorie von Jason Calacanis geklickt habe.
Auf der Zielseite (Screenshot unten) wurde ich mit dem Satz »Welcome Blippy users! Want personalized iPhone app recommendations? Give us a try!« abgeholt.
Dieser Satz erscheint nur, wenn man von blippy.com auf die Seite kommt. Kein schlechter Ansatz für die Conversion-Optimierung, dachte ich mir.
Wer nun wissen will, warum ich mich für das Kaufverhalten eines gewissen Jason Calacanis interessiere, erfährt genaueres bei ReadWriteWeb.
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Flickr Easter Egg
Wer als Inhaber eines Pro-Accounts bei Flickr die Statistiken aktiviert, wird mit einem netten Easter Egg belohnt. Da es offenbar mehrere Tage dauern kann, die Nutzungsstatistiken zu einem Account zu berechnen, zeigt Flickr dem wartenden Nutzer eine Meldung mitsamt wechselnden, knuffigen »Under Construction« Animationen an.

Die Original-GIF-Animationen gibt es hier: 1, 2, 3, 4.
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Tipp: Wenn schon Google Maps Anfahrtskizze, dann mit Link
Google macht es jedem, der die altbackene Anfahrtskizze auf seiner Webseite durch eine interaktive Google Map ersetzen will, ziemlich leicht.
Der Standard-Code, den Google hierfür in seiner Maps-Anwendung ausgibt, enthält unterhalb der Kartendarstellung auch einen Link »Größere Kartenansicht«. Dieser führt (im selben Fenster) zu Google Maps. Klar, könnte man denken, hier will Google uns den werten Besucher abwerben und auf seinen Service ziehen!
Wie wichtig und hilfreich dieser Link aber aus Sicht des Nutzers sein kann, stellt sich heraus, wenn er mal fehlt. Ein Beispiel:

Die (nebenbei deutlich zu kleine) Karte hilft mir ohne die weiteren Google-Maps-Funktionen kaum weiter. Zwar kann ich mir auf der Karte ansehen, wo die betreffende Örtlichkeit liegt. Den eigentlichen Zweck, mir eine Anfahrtbeschreibung zu liefern, leistet die Darstellung aber nicht. (Obiges Beispiel scheint darüber hinaus nicht mit dem Standardcode zur Einbettung zu arbeiten, sonst würde die Bubble zum Restaurant noch mehr Funktionen und Informationen enthalten. Trotzdem funktioniert es als Beispiel.)
Zum Vergleich: Der entsprechende Google Maps Deeplink liefert die interaktive Routenplanung, Nutzerbewertungen und mehr.
Wer seinen Nutzern hier einen Mehrwert bieten möchte, darf nicht vor dem externen Link zurückschrecken. Das ist auch im Web des Jahres 2010 offenbar noch nicht selbstverständlich und gilt mitnichten nur für Links zu Google Maps.
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Es ist ja durchaus richtig, wenn man Zielgruppen identifiziert hat, dass man diese auch gezielt ansprechen möchte. Aber ein bisschen mehr als nur die Anrede zu ändern sollte es dann doch sein, wie der mißglückte Versuch der Zielgruppenansprache auf der Startseite von handwerk.de zeigt. Einmal ist man »per Sie« und dann doch wieder »per Du« und ansonsten kein konkreter Hinweis darauf, wer denn jetzt gemeint ist. Wenn man schon unterschiedliche Zielgruppen ansprechen will, dann sollte man dass auch richtig machen – mit passendem Design, Interaktion, IA, Texten, Services etc. – eben eine gute User Experience schaffen.
Es hat zwar nur mittelbar was mit obigem Beispiel zu tun, aber wie man Besucher wesentlich schöner abholt hat Marian im Artikel
Willkommensgruß passend zum Referer beschrieben.
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