Einblicke in die iterative Konzeption+Entwicklung von Trendly.com
Das richtige mentale Grundmodel zu finden, auf dem man seine Webapplikation aufbaut, ist eine der schwierigsten Aufgaben bei der Produktentwicklung. Avi Bryant, einer der CEO der Web-Datenbank DabbleDB, führt uns in seinem Vortrag auf der FutureRuby-Konferenz durch diesen Prozess am Beispiel seines Produkts Trendly.
Trendly nutzt die Roh-Daten von Google Analytics und visualisiert sie zusammen mit Ereignissen wie Blogposts, Links aus anderen Blogs, Vorträgen, die man gehalten hat… – Auf diese Weise versucht Avi Bryant, die Zugriffe auf seine Website besser zu verstehen.
In seinem Vortrag beschreibt er, wie sie zu Beginn in vielen Iterationen, viele Ideen ausprobiert haben. Ziel sei es, möglichst viel auszubrobieren um es dann verwerfen zu können. »Fail early, fail often.«
Eyetracking-Ergebnisse werden besonders durch die Fragestellung beeinflusst
Susan Weinschenk, die Autorin von »Neuro Web Design«, fasst in ihrem Blog eine alte aber interessante Studie über Eyetracking zusammen: What People Look At On a Picture Or Screen Depends On What You Say To Them
Eye tracking is a technology that allows you to see and record what a person is looking at, and for how long. (…)
It’s a pretty interesting technology, one of the benefits being that you don’t have to rely on what people SAY they are looking at, but can collect the data directly. (…)
We underestimate the effect our instructions have on where someone looks. (…)
In research by Yarbus, people were shown this picture, and then given different instructions of what to think about while looking at the picture. Below are the eye gaze patterns matched with the instructions that people were given.
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Weitere Beispiele findet ihr in Susans Blogpost.
Susans Fazit aus dieser Studie:
- Auch wenn Eyetracking objektiver ist als andere Methoden, hängt das Untersuchungsergebnis entscheident von den Fragestellungen ab.
- Die Fragen für eine Eyetracking Studie sind besonders wichtig und alle Probanden müssen exakt die gleiche Frage gestellt bekommen.
- Da Nutzer nie mit den gleichen Zielen zweimal auf eine Website kommen, wird sich auch ihre Blickführung immer unterscheiden.
Übrigens: Beim UX Book Club im Januar in Köln werden wir Susan Weinschenk Buch besprechen. Kommt gerne vorbei!
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Nach einfach kommt unverständlich: Facebooks neue Privacy-Einstellungen
Facebook begrüßt seine Nutzer aktuell mit einer Meldung, dass die Einstellungen für die Privatsphäre vereinfacht worden seien. Nutzer sollen Ihre Einstellungen nun der neuen Systematik anpassen.
Nachdem ich dem Aufruf gefolgt bin, meine Einstellungen anzupassen, erhalte ich diese Seite:
Was will uns Facebook damit sagen? Fehlt hier nicht ein einleitender Satz wie »Lege fest, welche Nutzer welche Deiner Daten einsehen können.«?
Offenbar kann ich in jeder Zeile die »Alte Einstellung« beibehalten (rechter Radio-Button) oder auf genau eine neue Einstellung umstellen. Diese neue Einstellung bedeutet offenbar für einige meiner Daten, dass »Alle« sie sehen können. Für andere Daten bedeutet dies »für Freunde« oder »für Freunde von Freunden«.
Zwei Dinge erfahre ich auf dieser Seite offensichtlich nicht:
- Was bedeutet »Alle«? Sind alle Facebook-Nutzer oder alle Internet-Nutzer gemeint?
- Wie sind meine bisherigen Einstellungen?
Leider ist es mir ohne diese Informationen nicht möglich, auf dieser Seite meine alten Einstellungen mit den neuen zu vergleichen. Der Verdacht, dass meine alten Einstellungen detaillierter und restriktiver sind, als der neue Vorschlag von Facebook, wird auf einer Infoseite leider nicht entkräftet. Die Konsequenz für mich: Die alten Einstellungen beibehalten.
Fast hätte der Artikel an dieser Stelle geendet, mit der Bemerkung, dass es so nicht geht und gute User Experience etwas anderes ist. Aber dann gucke ich mir die oben gezeigten Seite doch noch mal, klicke ein bisschen herum und bemerke, dass beide oben bemängelten Informationen tatsächlich doch gegeben werden.
Die Erklärung, was »Alle« bedeutet, finde ich unten auf der Seite innerhalb des Textes, in dem ich Bereits den Link zur Info-Seite angklickt habe.
Und die Beschreibung, wie meine bisherigen Einstellungen aussehen, finde ich durch Zufall auch. In dem Moment, wo ich einen der Radio-Buttons anklicken möchte, erscheint dieser Tooltip:
Handwerker sagen: Nach fest kommt ab.
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Interface-Pattern »Shop-Detailseiten blättern«
Es sind ja immer wieder die kleinen Details die einem ins Auge springen. Hier ist es der Puma-Shop mit einer schönen Lösung in den Detailseiten des Shops zu blättern. Die Reduktion auf ein Bild mit Text-Info via Alt-Tag gefällt mir besonders gut. Hier gehts direkt zu einer Detailseite im Shop zum selber ausprobieren.
Einblicke in Googles Visual Search
Dieses CNBC Video bietet (ab Minute 3:30) einen zwar recht oberflächen, aber trotzdem interessanten Einblick in die Entwicklung einer »Visuellen Suche« bei Google.
Die Idee ist, dass Nutzer mit ihrem Android-Gerät ein Foto machen, das als Suchanfrage an Google gesendet wird. Als Ergebnis soll Google Details zum fotografierten Gegenstand liefern. Ein sehr interessantes Szenario, wenn man dabei an Sehenswürdigkeiten, Bücher, Tiere oder ähnliches denkt.
(Update 8. Juni 2010: An dieser Stelle sollte eigentlich das Video http://www.youtube.com/watch?v=i6tT3JGV1iY angezeigt werden. Das wurde jedoch leider von YouTube entfernt.)
Ein wichtiger Aspekt der Entwicklungsarbeit wird angesprochen: Eating one’s own dog food, also selbst als Nutzer mit dem eigenen Werkzeug leben und arbeiten.
Nett ist auch der kurze Einblick in eine Fokusgruppe, der in wenigen Sekunden sämtliche Klischees und Vorurteile zu dieser Methodik bestätigt.
Der Google-Mitarbeiter mit dem deutschen Akzent ist Hartmut Neven.
(via mobiflip.de)
Update: Etwas mehr Hintergrundinfos bietet ein Artikel bei eweek.com, der offenbar anlässlich der CNBC-Sendung vom 3. Dezember erschienen ist.
Update 2: Bei der Future of Search Konferenz in Paris hat Google den Dienst offenbar der breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Der eigentliche Name ist »Google Goggles«. Google hat ein offizielles Video dazu veröffentlicht:
Darin wird gezeigt, wie Goggles mit Bildern von Visitenkarten, Gemälden, Sehenswürdigkeiten und Geschäften/Lokalen umgeht. Letzteres soll wohl nahezu in Echtzeit funktionieren, erfordert also nicht mal ein Standbild. Und vielleicht die wichtigste Info für Android-Nutzer: Die Applikation ist ab sofort im Android-Market erhältlich.
Wer ist beim UX Book Club im Januar dabei?
Im Januar wird es wieder einen User Experience Buchclub in Köln geben.
Ihr seid herzlich eingeladen!
Do 21.01.2010, 19:00 h im Hallmackenreuther in Köln
Nachdem wir auf dem ersten deutschen UX Book Club Anfang des Jahres interessante Diskussionen über Sinn und Unsinn der Ideen von Jef Raskin in seinem Klassiker »Das intelligente Interface« diskutiert haben, sprachen wir im Juli über Steve Krug und sein »Dont Make Me Think«.
Steve ist es auch, der Tamim auf unser neues Buch aufmerksam gemacht hat:
“While you’re reading Neuro Web Design, you’ll probably find yourself thinking ‘I already knew that…’ a lot. But when you’re finished, you’ll discover that your ability to create effective web sites has mysteriously improved. A brilliant idea for a book, and very nicely done.”
Steve Krug, author of Don’t Make Me Think!
Das Buch für unser drittes Treffen wird also »Neuro Web Design: What Makes Them Click?« (Google Bücher, Amazon) sein. Ich habe es mir schon auf die Lese-Liste für die Weihnachtstage gesetzt. Schließlich gibt es doch nichts schöneres, als unterm Weihnachtsbaum über Neuronen und Websites nachzudenken, oder? ;-)
Anmeldung: Bitte tragt euch einfach in das uxBookClub-Wiki ein wenn ihr Interesse habt!
Und bitte macht Werbung :-). #uxbcc
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New York’s Taxis and the Power of the Nudge
Die Beobachtung:
Die New Yorker Taxis haben kürzlich ein neues Bezahlsystem eingeführt: Kunden können jetzt alle Beträge, auch kleine, einfach mit ihrer Kreditkarte bezahlen. Dabei wird ihnen ein sicheres Gefühl vermittelt, da sie das Lesegerät für ihre Kreditkarte selbst bedienen (wenn ich das richtig verstanden habe). Außerdem wird ihnen beim Bezahlen ein voreingestellter Prozentwert als Trinkgeld angeboten, den sie zusätzlich eingeben können.
Das Ergebnis:
Trotz der Wirtschaftskrise, die in anderen US-Städten zu sinkender Taxinutzung und noch geringerer Trinkgeldrate geführt hat, steigen beide in New York.
Fazit: Die User Experience des Bezahlprozesses ist hier entscheidend:
- es ist einfach
- es fühlt sich sicher an
- und es werden Entscheidungshilfen geboten
Letzteres hebt Adam Richardson (Designmind, Frogdesign), bei dem ich dieses Beispiel gelesen habe, besonders hervor, denn es ist ein hervorragendes Beispiel für das Buch "Nudge". Darin beschreiben die Autoren, dass Menschen sich Entscheidungshilfen wünschen und (unterbewusst), Entscheidungshilfen gerne annehmen.
Aus dem Amazon-Interview:
By a nudge we mean anything that influences our choices. (…)
One example is the Save More Tomorrow program. Firms offer employees who are not saving very much the option of joining a program in which their saving rates are automatically increased whenever the employee gets a raise. This plan has more than tripled saving rates in some firms, and is now offered by thousands of employers.
Ich ziehe zwei Gedanken aus diesem Beispiel: 1. Interfacedesign is all about nudges. Mit jeder Affordance lenken wir den Entscheidungsprozess des Nutzers mehr oder minder subtil in die Richtung der gewünschten Prozesse. 2. Ein tolles Beispiel für die Durchschlagkraft von gutem User Experience Design im Alltag.
Wie wichtig Tippfehlerdomains sind, zeigt Filezilla
Ein anschauliches Beispiel für die Wichtigkeit von Tippfehlerdomains liefert uns aktuell Filezilla.de.
Auf der Startseite warnen sie mit einem prominenten Warnhinweis vor »Download-Abzockern«. Offensichtlich hat jemand die Tippfehlerdomain filezila.de registriert und dort eine Landingpage für ein kostenpflichtiges Download-Jahresabo platziert.
Sehr ärgerlich für Filezilla, die das Thema auf einer eigenen Seite ausführlich zu erklären versuchen. Schade nur, dass dieser Warnhinweis, auch wenn er zweifellos sinnvoll ist, die meisten der fehlgeleiteten Nutzer wohl nicht erreichen wird.Das Prinzip »alle die im falschen Raum sitzten jetzt aufzeigen, bitte«, funktioniert aus Nutzersicht nicht wirklich.
Fazit: Für alle Webprojekte immer auch die Tippfehlerdomains mit einplanen.
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Lars Rasmussen bezifferte während seiner Google Wave-Vorstellung auf der Google IO im Mai 2009 den Aufwand, mobile Applikationen mit dem Google Web Toolkit zu erstellen. Hier ist die genaue Stelle im Video. Und wer dann nocheinmal sehen möchte, wie Wave sich am Handy anfühlt, der muss zu Minute 25 zurückspulen.
Zuvor erklärt er noch etwas ausführlicher:
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