Einblicke in Googles Visual Search
Dieses CNBC Video bietet (ab Minute 3:30) einen zwar recht oberflächen, aber trotzdem interessanten Einblick in die Entwicklung einer »Visuellen Suche« bei Google.
Die Idee ist, dass Nutzer mit ihrem Android-Gerät ein Foto machen, das als Suchanfrage an Google gesendet wird. Als Ergebnis soll Google Details zum fotografierten Gegenstand liefern. Ein sehr interessantes Szenario, wenn man dabei an Sehenswürdigkeiten, Bücher, Tiere oder ähnliches denkt.
Ein wichtiger Aspekt der Entwicklungsarbeit wird angesprochen: Eating one’s own dog food, also selbst als Nutzer mit dem eigenen Werkzeug leben und arbeiten.
Nett ist auch der kurze Einblick in eine Fokusgruppe, der in wenigen Sekunden sämtliche Klischees und Vorurteile zu dieser Methodik bestätigt.
Der Google-Mitarbeiter mit dem deutschen Akzent ist Hartmut Neven.
(via mobiflip.de)
Update: Etwas mehr Hintergrundinfos bietet ein Artikel bei eweek.com, der offenbar anlässlich der CNBC-Sendung vom 3. Dezember erschienen ist.
Update 2: Bei der Future of Search Konferenz in Paris hat Google den Dienst offenbar der breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Der eigentliche Name ist »Google Goggles«. Google hat ein offizielles Video dazu veröffentlicht:
Darin wird gezeigt, wie Goggles mit Bildern von Visitenkarten, Gemälden, Sehenswürdigkeiten und Geschäften/Lokalen umgeht. Letzteres soll wohl nahezu in Echtzeit funktionieren, erfordert also nicht mal ein Standbild. Und vielleicht die wichtigste Info für Android-Nutzer: Die Applikation ist ab sofort im Android-Market erhältlich.
Wer ist beim UX Book Club im Januar dabei?
Im Januar wird es wieder einen User Experience Buchclub in Köln geben.
Ihr seid herzlich eingeladen!
Do 21.01.2010, 19:00 h im Hallmackenreuther in Köln
Nachdem wir auf dem ersten deutschen UX Book Club Anfang des Jahres interessante Diskussionen über Sinn und Unsinn der Ideen von Jef Raskin in seinem Klassiker »Das intelligente Interface« diskutiert haben, sprachen wir im Juli über Steve Krug und sein »Dont Make Me Think«.
Steve ist es auch, der Tamim auf unser neues Buch aufmerksam gemacht hat:
“While you’re reading Neuro Web Design, you’ll probably find yourself thinking ‘I already knew that…’ a lot. But when you’re finished, you’ll discover that your ability to create effective web sites has mysteriously improved. A brilliant idea for a book, and very nicely done.”
Steve Krug, author of Don’t Make Me Think!
Das Buch für unser drittes Treffen wird also »Neuro Web Design: What Makes Them Click?« (Google Bücher, Amazon) sein. Ich habe es mir schon auf die Lese-Liste für die Weihnachtstage gesetzt. Schließlich gibt es doch nichts schöneres, als unterm Weihnachtsbaum über Neuronen und Websites nachzudenken, oder? ;-)
Anmeldung: Bitte tragt euch einfach in das uxBookClub-Wiki ein wenn ihr Interesse habt!
Und bitte macht Werbung :-). #uxbcc
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New York’s Taxis and the Power of the Nudge
Die Beobachtung:
Die New Yorker Taxis haben kürzlich ein neues Bezahlsystem eingeführt: Kunden können jetzt alle Beträge, auch kleine, einfach mit ihrer Kreditkarte bezahlen. Dabei wird ihnen ein sicheres Gefühl vermittelt, da sie das Lesegerät für ihre Kreditkarte selbst bedienen (wenn ich das richtig verstanden habe). Außerdem wird ihnen beim Bezahlen ein voreingestellter Prozentwert als Trinkgeld angeboten, den sie zusätzlich eingeben können.
Das Ergebnis:
Trotz der Wirtschaftskrise, die in anderen US-Städten zu sinkender Taxinutzung und noch geringerer Trinkgeldrate geführt hat, steigen beide in New York.
Fazit: Die User Experience des Bezahlprozesses ist hier entscheidend:
- es ist einfach
- es fühlt sich sicher an
- und es werden Entscheidungshilfen geboten
Letzteres hebt Adam Richardson (Designmind, Frogdesign), bei dem ich dieses Beispiel gelesen habe, besonders hervor, denn es ist ein hervorragendes Beispiel für das Buch »Nudge«. Darin beschreiben die Autoren, dass Menschen sich Entscheidungshilfen wünschen und (unterbewusst), Entscheidungshilfen gerne annehmen.
Aus dem Amazon-Interview:
By a nudge we mean anything that influences our choices. (…)
One example is the Save More Tomorrow program. Firms offer employees who are not saving very much the option of joining a program in which their saving rates are automatically increased whenever the employee gets a raise. This plan has more than tripled saving rates in some firms, and is now offered by thousands of employers.
Ich ziehe zwei Gedanken aus diesem Beispiel: 1. Interfacedesign is all about nudges. Mit jeder Affordance lenken wir den Entscheidungsprozess des Nutzers mehr oder minder subtil in die Richtung der gewünschten Prozesse. 2. Ein tolles Beispiel für die Durchschlagkraft von gutem User Experience Design im Alltag.
Wie wichtig Tippfehlerdomains sind, zeigt Filezilla
Ein anschauliches Beispiel für die Wichtigkeit von Tippfehlerdomains liefert uns aktuell Filezilla.de.
Auf der Startseite warnen sie mit einem prominenten Warnhinweis vor »Download-Abzockern«. Offensichtlich hat jemand die Tippfehlerdomain filezila.de registriert und dort eine Landingpage für ein kostenpflichtiges Download-Jahresabo platziert.
Sehr ärgerlich für Filezilla, die das Thema auf einer eigenen Seite ausführlich zu erklären versuchen. Schade nur, dass dieser Warnhinweis, auch wenn er zweifellos sinnvoll ist, die meisten der fehlgeleiteten Nutzer wohl nicht erreichen wird.Das Prinzip »alle die im falschen Raum sitzten jetzt aufzeigen, bitte«, funktioniert aus Nutzersicht nicht wirklich.
Fazit: Für alle Webprojekte immer auch die Tippfehlerdomains mit einplanen.
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Diskurs um das Design von Zappos
Zappos, das ist jenes Vorzeige-E-Commerce-Unternehmen, das Kundenzufriedenheit über alles andere stellt und wegen seines großen Erfolgs vor kurzem von Amazon gekauft wurde. Hier bei uxzentrisch fiel der Name Zappos schon das eine oder andere Mal.
Unter dem Namen Zeta betreibt Zappos seit längerem eine Testplattform, auf der Kunden neue Features ausprobieren und ein neues Design der Zappos Website begutachten können.
Andrew Wilkonson, Gründer von MetaLab, reibt sich nun in einem offenen Brief an der Art und Weise, wie Zappos das Thema Design vernachlässigt und damit zum Ausdruck bringt, dass ihnen das Wohl der Kunden ganz so wichtig eben doch nicht sein kann.
Werfen wir einen Blick auf den Gegenstand der Kritik. Hier das aktuelle Design von zappos.com:
Und so sieht das Zeta-Design aus:
Nach Wilkinson ist Zappos damit noch nicht wirklich auf der Höhe der Zeit:
»Your new ›Zeta‹ design is definitely an improvement, but you’re taking the site from 1999 to 2003. You constantly stress your focus on the customer, yet create web experiences that are so unsightly and confusing that they border on sadism«
Wilkinsons Kritik ist insgesamt durchaus sachlich und konstruktiv. Er gibt ihr sogar zusätzliches Gewicht, indem er einen eigenen Entwurf präsentiert.
Brian Kalma, Director of User Experience/Web Strategy bei Zappos, hat auf Andrew Wilkinsons offenen Brief in einem Blog-Artikel geantwortet. Er gibt sich professionell und stimmt Wilkinson in nahezu allen Punkten zu. Allerdings beleuchtet er auch die Gründe, warum – trotz der Übereinstimmung bei den Ansichten – die Web User Experience bei Zappos.com bei weitem nicht auf einem zufriedenstellenden Stand ist.
Da kommen Argumente zum Vorschein, die wir nur zu gut von Projekten kennen, bei denen wir langfristig mit dem Kunden zusammenarbeiten und tiefe Einblicke in die internen Abläufe erhalten. Das User Interface Design der Website ist eben nur ein Aspekt des Geschäfts. Mit Kalmas Worten:
»We’ve spent the better part of the year fixing a lot of under the hood pieces, building scalable processes and technology and are finally at a point where we will be dedicating more mindshare to aesthetics.«
Aber Kalma erläutert auch, dass sein Team eine bestimmte Erwartung an den eigenen Designprozess stellt. Und er stellt fest, dass man eine Vielzahl von Fragen beantworten können muss, wenn man das Design verändert – was Andrew Wilkinson kaum können dürfte.
»We are pretty keen on viewing design as a verb, not a noun here. We never finish designs, we never ›redesign‹, we evolve. Business needs are always changing, economies change, customer needs change… hence how we tackle these issues need to evolve. […] Who are we designing for? Is it paid traffic, organic? Is it for new customers? Existing customers? What percentage of folks search vs. browse? What are the top entrance pages? What is the impact of site speed/load time? I am barely scratching the surface on considerations that must be met before making design evolution decisions, there are many more but I am hoping you and your readers can get my point.«
Was sagt uns das? Es führt vor Augen, dass eine Kritik von außen, wie wir sie auch gerne üben, immer viele Dinge ausklammert. Andererseits ist es genau diese Perspektive, die sich in Projekten häufig als sinnvolle Ergänzung zur Sicht des Auftraggebers erweist. Wilkinsons Kritik stellt auch die Frage, ob Zappos nicht ein wenig zu vorsichtig ist bei dem Versuch, nichts zu »redesignen«.
Man darf gespannt sein, wie sich das Zappos User Interface in naher Zukunft weiter entwickelt und ob Zappos sich in Zusammenarbeit mit Happy Cog zu stärkeren Veränderungen durchringen kann.
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Mehr als 5 %, wirklich!
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Hunde statt Captchas
Im August haben wir das Twitter-Anmeldeformular als Best Practice für den Umgang mit Captchas vorstellt. Hier ist das Nutzererlebnis im Falle eines Fehlers schonmal viel besser als bei den meisten andren Captcha-Lösungen.
Bei der Petition von Stop Killing Dogs (via) kann man eine andere Lösung sehen, wie man Maschinen davon abhält, automatisiert ein Formular auszufüllen. Hier muss der Mensch den Hund erkennen und anklicken:
Eine grafisch sehr schöne Umsetzung einer Idee, die zweifellos eine viel bessere User Experience als das klassiche Text-Captcha hat.
Grundsätzlich ist diese Idee nicht neu: Microsoft Research hat schon 2007 und 2008 unter den Namen ASIRRA (Animal Species Image Recognition for Restricting Access) Untersuchungen und Experimente dazu veröffentlicht. Wer sich daher fragt, wie sicher diese alternative Lösung ist, findet in den ASIRRA-FAQ dazu einen ganzen Artikel…
Da fragt und wünscht man sicht natürlich, zukünftig mehr solcher individuellen Captcha-Lösungen zu sehen.
Kennt ihr weitere Beispiele?
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Ein Feature muss genügen! sagt Oliver Reichenstein
Möglichst viele Features zu bieten, schien lange Zeit die wichtigste Messgröße für die Qualität eines Produkts zu sein. Features bedeuteten: messbarer Fortschritt, den man verkaufen kann. Nun ist nicht alles Messbare auch ein Qualitätsmerkmal. Mit Oliver Reichenstein (@iA), dem Gründer der Online-Designagentur Information Architects Japan, sprach ich – unter anderem – über die Bedeutung von Features. Das Gespräch führten wir vor ein paar Monaten über Skype. Weil die Themen, über die wir sprachen, so vielfältig sind, werden wir es in mehreren einzelnen Beiträgen veröffentlichen.
Ich habe Oliver gefragt: Welchen Zusammenhang gibt es zwischen User Experience und Features? Wie bringst Du Deinen Standpunkt dem Kunden bei?
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MouseOver > Startseite (Best Practice)
Der Link zur Startseite. Es ist inzwischen allgemein anerkannt und bekannt, dass Nutzer den Link zur Startseite aka Homepage auf dem Firmenlogo oben links in der Website erwarten.
Diese Regel wurde schon 2001 in einer Studie anschaulich visualisiert.
Trotzdem ist es aus Usabilitysicht sinnvoll, in der Nähe des Logos noch einen textlichen Indikator zu platzieren, der die Funktion des Logos als Startseitenlink bestätigt.
Auf der anderen Seite möchte man das aus gestalterischen Gründen ungerne machen.
Amazon, Facebook und Zappos haben eine sehr gute Lösung gefunden um beide Ziele zu vereinen: Sie zeigen die Zusatzinformation nur, solange die Maus über dem Logo ist:
Ein besonderes Lob muss man dabei Amazon und Zappos aussprechen: Sie zeigen diese Effekt auch nur an, wenn man sich auf einer Detailseite befindet. Facebook dagegen lässt den Nutzer auch auf der Homepage zurück auf die Homepage gehen…
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Pageviews vs. the User Experience
Marco Arment ist leitender Entwickler bei tumblr. In seinem Blog hat er eine nette, kleine Polemik (gefunden über Twitter via @se) veröffentlicht. Darin wettert er über die auf News-Seiten gängige Praxis, Artikel auf mehrere Seiten aufzuteilen.
Arment präsentiert dazu ein Beispiel von politico.com, das die Unsinnigkeit dieser Praxis aus Nutzersicht sehr schön darstellt. Den eigentlichen Artikel-Inhalt haben wir eingerahmt, damit man ihn erkennen kann.
Warum wird ein solcher Artikel auf mehrere Seiten aufgeteilt? An der Seitenlänge kann es nicht liegen, und wir wissen, dass Nutzer damit auch kein Problem hätten. Marco Arment schreibt dazu:
»I know you’re double-charging your advertisers for the same story by artificially inflating your pageview count.«
Also ein zusätzlicher Umsatz-Generator für die Online-Medien? Aber auf wessen Kosten?
»But it doesn’t really work as well as you had hoped because only a tiny percentage of viewers will actually read page two. You know that, but you don’t care, because you won’t give up a chance to make a few extra cents. Who cares if it annoys the crap out of that tiny slice of your audience? Who are they, anyway? The people who actually read your content thoroughly instead of skimming the headline and moving on? That can’t possibly be your most important audience segment — they’re just the most involved and attentive. Repeat customers.«
Aus eigener Erfahrung kann ich Arments These bestätigen. Die Notwendigkeit, zum Weiterlesen eines Artikels Blättern zu müssen, ist eine Schwelle. Diese Schwelle übertrete ich in einigen Fällen aus Bequemlichkeit nicht.
Als ZEIT Online im September neu gelauncht wurde, haben – neben mir – zahlreiche Nutzer Feedback gegeben. Was hierbei offenbar häufig gefordert wurde, war die Möglichkeit, Artikel nicht über mehrere Seiten blättern zu müssen, sondern sie auf einer Seite lesen zu können. ZEIT Online ist dieser Bitte nachgekommen, indem eine Funktion »Auf einer Seite lesen« auf jeder Seite oben angeboten wird.
In der Konsequenz werden die Nutzer, die den Artikel ohne Blätter-Klicks bis zum Ende lesen wollen, nun trotzdem gezwungen, einen weiteren Link anzuklicken. Und dieser befindet sich nicht etwa am Ende des Texts (wo man als Leser automatisch landet, wenn man liest), sondern oben (wo man erst wieder hinscrollen muss).
Die Kernfrage, die Marco Arment stellt, ist die: Kann sich eine solche Benachteiligung von Nutzern, die das Angebot nutzen möchten, das der Anbieter so gerne an den Mann bringen möchte, langfristig rechnen?
Aus Sicht der Anzeigenkunden stellt sich noch eine andere Frage: Warum sollten sie für Pageviews zahlen, die von Nutzern nur mit der einen Absicht generiert werden, einen Artikel zuende zu lesen? Wie groß kann die Wahrscheinlichkeit sein, dass genau diese Nutzer sich stattdessen mit einer Anzeige beschäftigen werden?
Solange aber Anzeigenkunden weiter nach Pageviews bezahlen, werden wir Nutzer weiter dazu beitragen müssen, die Zahl derselben künstlich zu maximieren.
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Letzte Kommentare
Heute hat Zappos begonnen sein visuelles Design zu verbessern. Die Primärnavi ist schon neu. Über alle anderen Themen
OK, hilf mir bitte mal auf die Sprünge. Wie müsste es richtig heißen?
"Den eigentlichen Zweck, mir eine Anfahrtbeschreibung zu liefern, leistet die Darstellung aber nicht" - du hast hier ne
Ein weiteres Beispiel von davidhellmann.com
Hi Marian, nein, eigentlich ich meinte das Canonical Tag von Google und Co. Der kopierte Code-Schnipsel wurde aber a