ux·zentrisch diskutierte vor einiger Zeit:

Mittwoch, 12. Mai 2010 von Nikolai Merk

Besuchte Hyperlinks: Ein Jahr danach

Vor rund einem Jahr hat Marian hier bei uxzentrisch den Artikel Besuchte Hyperlinks – Theorie vs. Praxis veröffentlicht und darin festgestellt, dass nur sehr wenige (deutsche) Websites besuchte Hyperlinks anders darstellen als nicht besuchte Links. Welche Probleme das mit sich bringt, wurde im ursprünglichen Artikel ausführlicher beleuchtet.

Vor einem Jahr war Yahoo! unter den 20 meistbesuchten Webseiten Deutschlands die einzige Ausnahme, bei der – zumindest in Teilen – besuchte Hyperlinks als solche zu erkennen waren. Nun, ein Jahr später, haben wir eine neue Bestandsaufnahme gemacht. Dabei haben wir die 50 deutschen Sites mit den meisten Besuchen (nach IVW-Ausweisung) und international die 50 meist besuchten Sites (nach Alexa) betrachtet.

Das Ergebnis: Unter den deutschen Sites hat sich nach einem weiteren Jahr praktisch nichts verändert. Gerade einmal 3 von 50 Sites nutzten die Möglichkeit, besuchte Links zu kennzeichnen. Das sind yahoo.deheise.de und ciao.de.

Bei den internationalen TOP 50 sieht das schon anders aus. Die nachstehende Tabelle zeigt alle Sites, bei denen wir besuchte Hyperlinks von anderen Links unterscheiden konnten. Die komplette Liste ist als Google-Docs-Tabelle einsehbar.

Hier zeigt sich, dass auch ein weiteres Jahr später immer noch der Großteil die Vorteile von gekennzeichneten Links vernachlässigen.

Im Verhältnis zu internationalen Webseiten stehen die Deutschen wesentlich schlechter dar.

Die zweite Tabelle zeigt die 50 meistbesuchten internationalen Webseiten. Hierbei kristallisiert sich ein ganz anderes Bild heraus. Berücksichtigen wir die Doppelnennungen von google mit unterschiedlichen Domainendungen (google kommt 10. mal vor), und  zählen diese nur einmal auf, so kennzeichnen immer noch 15 von 40 unterschiedlichen Webseiten besuchte Links aus.

Rang Site Kennzeichnung besuchter Hyperlinks
1. google.com ja
3. yahoo ja
5. live.com ja
6. wikipedia ja
8. baidu ja
9. msn teilweise
11. yahoo.co.jp ja
13. google.co.in ja
14. google.cn ja
15. sina.com.cn ja
16. google.de ja
17. wordpress ja
19. microsoft teilweise
21. google.co.uk ja
23. bing ja
24. ebay.com ja
25. google.fr ja
27. yandex.ru ja
28. google.co.jp ja
30. google.com.br ja
31. flickr ja
34. rapidshare.com ja
35.. craigslist.org ja
36. google.it ja
39. google.es ja
40. soso.com ja
43. imdb.com ja
47. bbc.co.uk teilweise
50. google.com.mx ja

Hierbei kristallisiert sich ein ganz anderes Bild heraus. Zur Recherchezeit waren 2 Seiten offline. Berücksichtigen wir zudem die Doppelnennungen von google (11. mal) und yahoo (2. mal) mit  unterschiedlichen Domainendungen, und  zählen diese nur einmal auf, so kennzeichnen immer noch 16 von 35 unterschiedlichen Webseiten besuchte Links aus.

Jetzt stellt sich mir die Frage, warum der Unterschied  zwischen deutschen und internationalen Seiten so groß ist? Hinken deutsche Seiten den internationalen hinterher? Oder sind deutsche Webseiten ein Vorreiter für diese Tendenz?

Auch nächstes Jahr werden wir wieder überprüfen, ob die Deutschen sich dann (zumindest bei diesem Detail) mehr um Usability bemühen. Es bleibt spannend!

Montag, 10. Mai 2010 von Marian Steinbach

IA Konferenz Programm als iCal-Kalender

Wie viele andere Teilnehmer freuen wir uns auf die IA-Konferenz hier in Köln, direkt vor unserer Haustür. Und wie viele andere auch stehen wir vor der Qual der Wahl, welche Sessions wir uns ansehen werden. Zwei parallele Tracks machen die Entscheidung in vielen Fällen schwer.

Um das Programm handlich mit uns herum tragen zu können, haben wir alle Termine von Freitag (14.5.) und Samstag (15.5.) in einen Google Kalender eingetragen. So können Nutzer von iPhones, Androiden und anderen mobilen Geräten auch zwischendurch mal eben die nächsten Termine einsehen.

Das beste daran: Der Kalender ist öffentlich.

Ihr könnt über die folgenden Links darauf zugreifen:

Wer Google Calendar in Verbindung mit Android nutzt, muss den Kalender nur zu Google Calendar hinzufügen.

Übrigens: uxzentrisch-Autor Niels Anhalt ist am ersten Konferenztag mit einem Vortrag vertreten. Der Titel: »UX+Agile – Low-Fi trifft Hi-Fi. Neue Chancen für optimierte User Experience.«

Wir freuen uns auf spannende Sessions und regen Austausch!

Donnerstag, 6. Mai 2010 von Lutz Schmitt

Bist du blind? – Sehschwächen berücksichtigen

Aktuell arbeiten wir wieder einmal an Projekten, bei denen Barrierearmut bzw. Barrierefreiheit ein tragendes Thema ist. Dazu gehört auch die Berücksichtigung von Sehschwächen, wie etwa Farbfehlsichtigkeit. Doch wie damit umgehen? Punkte wie ausreichend große Schrift, skalierbares Design für die Nutzer, die trotz Brille alles viel größer und klarer brauchen sind klar zu berücksichtigen.

Aber was kann man für die ca. 8% der erwachsenen männlichen Bevölkerung (Frauen deutlich weniger, die glücklichen) tun, die mit einer Farbfehlsichtigkeit zu kämpfen haben? Den Klassiker »Kontrast verstärken«, der alles in mehr oder weniger heftiges Schwarz-Weiss oder ähnliche (oft unschönes) umwandelt?

Vielleicht kann aber schon im Grunddesign ein paar Dinge berücksichtigen, sodass solch drastische Maßnahmen wie Schwarz-Weiss-Darstellung nur für einen Bruchteil der Farbfehlsichtigen nötig sind. Denn auch Menschen mit einer Farbfehlsichtigkeit, werden trotz allem eine schön gestaltete Website als positiver empfinden. Zumal das Einschalten einer Funktion wie »Kontrast verstärken« durchaus die Botschaft kommuniziert: »Dein Problem war uns nicht wichtig genug, um es grundlegend zu berücksichtigen.«

Ein schönes Tool, um zumindest einen groben Eindruck von (Farb-)Fehlsichtigkeiten zu bekommen ist Chrometric – What you see is not what everyone gets. Eine kleine aber feine und kostenlose Air-App, die wichtige Fehlsichtigkeiten oder Darstellungsprobleme simuliert, wie hier zu sehen:
Screenshot Chrometric

Glücklicherweise schneidet »uxzentrisch« in den Simulationen ganz brauchbar ab, auch wenn wir die Barrierearmut nicht wirklich in der Diskussion hatten – zumindest nicht jenseits einer allgemein guten Lesbarkeit. Doch vielleicht genügt das ja auch schon?

Und was macht ihr?

Wie berücksichtigt ihr Farbfehlsichtigkeiten bei der Konzeption von Websites? Welche Lösungen habt ihr bisher gefunden und umgesetzt? Wie geht man mit tobenden Grafikdesignern um, deren wunderschönes aber unleserliches Design gerade zerpflückt wurde? Welche anderen Tools in diesem Bereich kennt ihr, die erwähnenswert sind?

Mittwoch, 5. Mai 2010 von Lutz Schmitt

Der freundliche Tipp von Facebook für Dauernutzer

Eigentlich nutze ich Facebook nicht häufig. Zumindest nicht privat, aber beruflich treibt es mich aktuell mehrmals täglich zu Facebook. Das hat auch Facebook gemerkt und mir gerade folgenden Tipp auf meine Seite eingeblendet:
facebook tipp startseite einrichten
Sehr freundlich von Facebook und für viele sicherlich nützlich. Jetzt möchte ich nur noch zu gerne wissen, wieviele tausende, millionen Menschen dem Tipp gefolgt sind – und welche Auswirkung das auf den von Facebook gerne zitierten Wert von etwa 50% der aktiven Nutzer hat, die sich täglich einloggen.

Donnerstag, 29. April 2010 von Marian Steinbach

Effort and ingenuity invested in zero search results pages is the overall indicative factor for dedication to the customer’s success.

Greg Nudelman will damit sagen: Zeig mir dein Null-Treffer-Suchergebnis, und ich sage dir, wie kundenorientiert du wirklich bist. Ein plakatives Statement, das wie Musik in meinen Ohren klingt.

Das Zitat stammt aus Gregs Vortrag »Design Caffeine for Search and Browse UI« beim diesjährigen IA Summit. Eine Audio-Aufzeichnung davon gibt es bei Boxes and Arrows.

Mittwoch, 28. April 2010 von Tobias Jordans

Interface-Sprache: »Kick Out«


Aus unserer Kategorie: Sprache im Interface.

Ein Fundstück aus dem Dropbox-Interface. »Kick out« heißt der Button, der damit treffend ausdrückt »Diesem Nutzer den Zugriff auf diesen gemeinsamen Ordner entziehen, alle Rechte und Dateien löschen.«

Dienstag, 27. April 2010 von Tobias Jordans

First and foremost, we believe that speed is more than a feature. Speed is the most important feature. If your application is slow, people won’t use it. I see this more with mainstream users than I do with power users. I think that power users sometimes have a bit of sympathetic eye to the challenges of building really fast web apps, and maybe they’re willing to live with it, but when I look at my wife and kids, they’re my mainstream view of the world. If something is slow, they’re just gone.

We think that the application has to be fast, and if it’s not, you can see what happens. We have every single one of our portfolio company services on Pingdom, and we take a look at that every week. When we see some of our portfolio company’s applications getting bogged down, we also note that they don’t grow as quickly. There is real empirical evidence that substantiates the fact that speed is more than a feature. It’s a requirement.

Fred Wilson in seinem Vortrag February 2010 auf der Future of Web Apps Miami Konferenz

Freitag, 16. April 2010 von Marian Steinbach

UI Detail: Das Switch Control bei Youtube

Youtube hat im aktuellen (neuen) Design einen Umschalter für die automatische Wiedergabe von Playlists. Dabei hat man sich visuell am Switch Control orientiert, das wir vom iPhone kennen.

Wie Tobias hier vor einiger Zeit schon bemerkt hat, ist es nicht ganz einfach, dieses User-Interface-Element in neue Kontexte zu übertragen, ohne dabei auf gewisse Details der Umsetzung am iPhone einzugehen.

Das Switch Control kommuniziert dem Nutzer visuell, dass ein Schalter von rechts nach links und von links nach rechts bewegt werden kann. Es fordert den Nutzer geradezu dazu auf (Stichwort: Affordance). Oder, um einen spannenden Film zu zitieren: Das ist seine Natur.

Leider funktioniert genau das mit dem Switch Control bei Youtube nicht. Beim Versuch, das Kontrollelement von links nach rechts zu draggen, markiert man lediglich ein paar Elemente im Browser. Das ist nicht gut, weil nicht erwartungskonform. Ein Nebenaspekt der Umsetzung hier: Die sichtbare Klickfläche beschränkt sich hier zu sehr auf das winzig kleine Schalter-Element. Tatsächlich kann der Nutzer aber eine viel breitere Fläche klicken.

Macht das Schule? Ich hoffe nicht.

Dienstag, 13. April 2010 von Marian Steinbach

Performance ist Ranking-Kriterium bei Google

Seit vergangenem Freitag hat die Performance, mit ein paar Einschränkungen, Einfluss auf die Positionierung im Google Suchergebnis. So steht es in einem Artikel im Google Webmaster Blog. Damit gibt Google den Spekulationen recht, die man selbst im letzten Jahr genährt hat.

Aus User-Experience-Sicht sind das hervorragende Neuigkeiten, denn nun gibt es ein gewichtiges Argument mehr für die Optimierung der Ladezeiten.

Zu den Einschränkungen gehört, dass die Änderungen am Ranking bisher nur bei der englischsprachigen Suche auf google.com wirksam sind.

Der Google Blogpost erwähnt auch ein paar Tools (unter anderem Webpagetest.org), über die wir hier bei uxzentrisch auch geschrieben haben. Mehr dazu hier:

Montag, 12. April 2010 von Tobias Jordans

Von einem Bär aufgefuttert… (Last.fm-Fehlermeldung)


Vollständiger Screenshot

Eine (Fehler)Meldung bei Last.fm für scheinbar inaktive Nutzer.

Die Geschäftssicht von Last.fm, dass man Traffikkosten sparen möchte bei ungehörten Radios kann ich ja verstehen. Und dass man diesen krassen Einschnitt in das Hörerlebnis der Nutzer (automatisches Pausieren) nett zu verpacken versucht, finde ich auch super.

Jetzt wäre es aber noch gut, wenn Last.fm auch die letzte Meile gegangen wäre und a) eine Metapher gewählt hätte, die auch trägt (Bis ich wieder zurück bin aus dem Magen des Bären? Naja…) und b) eine ordentliche deutsche Übersetzung genutzt worden wäre.

Trotzdem: Schön gemacht, Lastfm!