ux·zentrisch diskutierte vor einiger Zeit:

Freitag, 9. April 2010 von Marian Steinbach

Conversion-Optimierung durch Performance

Wir ahnen alle, dass schnelle Websites besser konvertieren als langsame. Aber können wir es auch beweisen? Im Mozilla Blog of Metrics ist kürzlich ein Hinweis erschienen, der den zu erwartenden Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit, mit der die Mozilla Firefox Download-Seite lädt, und der Download-Häufigkeit herstellen lässt.

Die verantwortlichen bei Mozilla haben sich angesehen, wie schnell ihre Seite im Vergleich mit der Chrome- und der Opera-Downloadseite lädt. Das Video oben zeigt das Ergebnis: Mozilla.com hat deutlichen Nachholbedarf.

Also wurde ein A/B-Test aufgesetzt, bei der die Original-Version der Downloadseite gegen eine um 2,2 Sekunden schneller ladende Version getestet wurde. Das Ergebnis: 15,4 % mehr Downloads bei der schnelleren Version.

Bitte, mehr davon!

Mittwoch, 7. April 2010 von Indra Schlachter

Die Leser von uxzentrisch langweilen sich über diesen Artikel

So oder so ähnlich könnte die Bewertung eines Artikels aussehen, wenn man aus bekannten Mechanismen ausbricht. NBC New York zeigt wie man Emotionen nutzen kann, um eine Bewertung vorzunehmen. Anstatt üblicher Bewertungen anhand von Skalen wie zum Beispiel Sterne oder like/dislike, werden die Nutzer dazu angeregt, ihre Stimmung zu einem bestimmten Artikel auszudrücken.

Mood rating bei NBC New York
Zur Website

Emotionen lassen sich nicht immer in eine Rangfolge bringen

Ich war sehr angetan von dieser Art der Bewertung, da dadurch ein anderer Bezug des Nutzers zum Artikel entsteht. Man ist nicht gezwungen, das Betrachtete in einer Skala von eins bis fünf Sternen einordnen zu müssen – ein System das laut YouTube ohnehin nicht gut funktioniert – oder zu sagen, das gefällt mir oder gefällt mir nicht. Vielmehr liest man einen Artikel, hört ein Lied oder sieht ein Video und es wird zumeist eine Emotion ausgelöst. Diese lässt sich meist schneller und einfacher definieren, als die Bewertung anhand der beschriebenen Skalen. Habe ich mich gerade gelangweilt? Habe ich mich geärgert? Fand ich das lustig?

Emotionen sind greifbar

Außerdem bietet die Bewertung anhand von Emotionen den Vorteil, dass das Nutzerurteil konkreter wird und somit wiederum auch besser an die anderen Nutzer vermittelt werden kann. Wir haben  nicht mehr nur die am besten bewerteten Artikel, sondern die lustigsten, traurigsten oder ärgerlichsten Artikel.

NBC New York Startseite

Sehr schön nutzt NBC New York die Bewertung, um auf Artikel aufmerksam zu machen. Direkt auf der Startseite unterhalb des Logos bringen sie Aussagen wie »Locals are furious about Sarah Palin and LL Cool J«.  Das lädt sicherlich mehr dazu ein weiterzulesen als wenn dort stehen würde „Locals rated Sarah Palin and LL Cool J 4 stars“.

Ich bin gespannt, ob man diese Art der Bewertung in Zukunft öfters sieht. Was denkt Ihr?

Donnerstag, 1. April 2010 von Tobias Jordans

AJAX-Blättern Best Practice: Flickr

Ein Aha-Erlebnis: Bei Flickr habe ich dieses subtile, sehr schöne und nützliche Verhalten in den Suchergebnissen entdeckt.

Den sichtbaren Bereich platzieren:

Zuerst ist mir aufgefallen, dass Flickr beim Klicken auf den Weiter-Button in der Suchergebnis-Paginierung den sichtbaren Bereich ändern. Animiert natürlich, damit es sich schön anfühlt und man nicht den Context verliert.

Diese Animation erfolgt vor dem Ändern der Suchergebnis-Liste. Und damit löst Flickr ein klassisches Problem von Seiten, die ihren Inhalt durch AJAX austauschen: Die Gefahr wäre sonst groß, dass Nutzer die Veränderung der Ergebnisliste gar nicht mit bekommen. Außerdem müsste der Nutzer selbst immer wieder hochscrollen. Eine Tätigkeit, die das System – wie man sieht – sehr schön übernehmen kann.


Link: http://screenr.com/aEg

Bilder-Anzahl passend zur Browsergröße

Ein zweites, schönes Detail entdeckt man, wenn man die Größe des Browserfensters ändert. Flickr ändert dann die Anzahl der sichtbaren Bilder in der Suchergebnisliste und stellt mehr oder weniger Bilder dar.

Das klassische Szenario hier ist sicher, dass ein Nutzer im kleinen Fenster seine Suche beginnt und dann in den Vollbildmodus wechselt.

Auch hier denkt das System mit. Einziges offenes Detail: Die Pagninierung wird nicht automatisch aktualisiert.


Link: http://screenr.com/9Eg

Montag, 29. März 2010 Ein Feature von Marian Steinbach

A/B-Testing und Nutzer-Trägheit

Autor

A/B-Testing als Werkzeug für die Conversion-Optimierung ist momentan in aller Munde. Leider gibt es noch wenige detailliert publizierte Testergebnisse, über die sich Erfahrungswerte austauschen und diskutieren lassen. Allenfalls plakative Aussagen wie »300 % mehr Conversion nur durch eine Textänderung« finden Ihren Weg an die Öffentlichkeit.

Kurze Kurven sagen noch nicht viel aus...Insbesondere die Zeit-Komponente wird leider selten beleuchtet. Dabei habe ich gerade mit einem Test auf einer privaten Website eine interessante Beobachtung gemacht, was die Entwicklung der Ergebnisse über die Zeit betrifft.

Freitag, 26. März 2010 von Lutz Schmitt

User Experience und Zielgruppenansprache

Es ist ja durchaus richtig, wenn man Zielgruppen identifiziert hat, dass man diese auch gezielt ansprechen möchte. Aber ein bisschen mehr als nur die Anrede zu ändern sollte es dann doch sein, wie der mißglückte Versuch der Zielgruppenansprache auf der Startseite von handwerk.de zeigt. Einmal ist man »per Sie« und dann doch wieder »per Du« und ansonsten kein konkreter Hinweis darauf, wer denn jetzt gemeint ist. Wenn man schon unterschiedliche Zielgruppen ansprechen will, dann sollte man dass auch richtig machen – mit passendem Design, Interaktion, IA, Texten, Services etc. – eben eine gute User Experience schaffen.

Sie oder Du oder doch beides? Zielgruppenansprache verunglückt.

Es hat zwar nur mittelbar was mit obigem Beispiel zu tun, aber wie man Besucher wesentlich schöner abholt hat Marian im Artikel
Willkommensgruß passend zum Referer beschrieben.

Dienstag, 23. März 2010 von Marian Steinbach

Time Machine

Netvibes hat einen ganz neuen Reader (Codename Wasabi) zum Lesen von Feeds. Die Beiträge werden darin aus verschiedenen Feeds in einer gemeinsamen Ansicht zusammengeführt, nach Zeitpunkt der Veröffentlichung sortiert. Konzeptionell ähnelt das dem Google Reader.

Besonders nett finde ich die Zwischenüberschriften über Artikeln, die laut ihrer Veröffentlichungszeit eigentlich noch gar nicht erschienen sein dürften:

»Doc are you telling me you built a time machine?«

Herzerwärmend. Treue uxzentrisch-Leser wissen, dass man mir mit sowas eine Freude machen kann. (Der Screenshot entstand 17.24 Uhr MEZ)

Dienstag, 23. März 2010 von Marian Steinbach

»Games have crept out and they are going everywhere. […] Who do you think is designing these games? Skilled game designers? No, not really. Just, like, whoever is there is doing it. Imagine if skilled game designers are getting a hold of these kinds of things.«

Der Satz stammt aus einer sehr unterhaltsamen Präsentation von Jesse Schell mit dem Titel »Design Outside the Box« im Rahmen der DICS2010 Konferenz im Februar. Im Kontext spricht Schell über allerlei Dinge im Leben, die mehr und mehr die Gestalt von Spielen annehmen: Rabattpunkte, Bonusmeilen, Weight Watchers, …

(via sustain)

Montag, 22. März 2010 von Marian Steinbach

CO2 einsparen, typisch Schwedisch

Wer bei H&M online bestellt, kommt nicht nur in den Genuss einer versandkostenfreien Lieferung, sondern kann auch Sachen, die ihm nicht gefallen oder nicht passen, kostenlos an H&M zurück senden. Das ist einerseits kundenfreundlich, verursacht aber andererseits auch Kosten und belastet die Umwelt.

H&M fügt (zumindest bei größeren) Lieferungen eine Anleitung bei, die Kunden darüber informiert, wie sie aus dem goßen Versandkarton einen kleineren machen können. Falls sie also nicht alle bestellten Teile wieder zurücksenden, sondern nur ein paar, können sie so den Karton auf etwa ein Drittel des ursprünglichen Volumens verkleinern.

Unten auf dem Blatt finden Kunden auch, ganz non-verbal, die Begründung, warum sie sich diese Mühe machen sollten.

So helfen die Kunden dabei, Transportkosten zu minimieren und haben dabei noch ein gutes Gefühl. Irgendwie typisch Schwedisch.

Kennt Ihr solche Methoden auch von anderen Versandhändlern?

Samstag, 20. März 2010 von Tobias Jordans

Hier hatte ein Entwickler Spaß beim Programmieren. Oder ein Startup setzt seine Identität bis ins Texten von Fehlermeldungen fort. Oder eine Firma hat eine sehr konsequente Corporate Wording-Strategie.

Via @tmschndr

Freitag, 19. März 2010 von Marian Steinbach

PDF-Rechnung als interaktives User Interface

Rechnungen nicht per Post sondern per E-Mail als PDF zu versenden bzw. zum Download anzubieten, gehört seit geraumer Zeit zum Einmaleins der Kosteneinsparung im Endkundengeschäft. Das PDF-Format bot sich zur Ablösung der Printversion deshalb an, weil man die Rechnungsdokumente dafür in der Regel überhaupt nicht verändern musste. Kunden wurden häufig mit finanziellen Anreizen dazu gebracht, auf den Postversand zu verzichten und auf die PDF-Rechnung umzustellen.

Nur die wenigsten Unternehmen dürften sich Gedanken darüber gemacht haben, ob ein per E-Mail versendetes, am Bildschirm geöffnetes Dokument denn tatsächlich die selben Anforderungen erfüllen muss wie ein Druckerzeugnis.

Das Mobilfunkunternehmen O2 Germany bildet nun die erste mir bekannte Ausnahme.