Pageviews vs. the User Experience
Marco Arment ist leitender Entwickler bei tumblr. In seinem Blog hat er eine nette, kleine Polemik (gefunden über Twitter via @se) veröffentlicht. Darin wettert er über die auf News-Seiten gängige Praxis, Artikel auf mehrere Seiten aufzuteilen.
Arment präsentiert dazu ein Beispiel von politico.com, das die Unsinnigkeit dieser Praxis aus Nutzersicht sehr schön darstellt. Den eigentlichen Artikel-Inhalt haben wir eingerahmt, damit man ihn erkennen kann.
Warum wird ein solcher Artikel auf mehrere Seiten aufgeteilt? An der Seitenlänge kann es nicht liegen, und wir wissen, dass Nutzer damit auch kein Problem hätten. Marco Arment schreibt dazu:
»I know you’re double-charging your advertisers for the same story by artificially inflating your pageview count.«
Also ein zusätzlicher Umsatz-Generator für die Online-Medien? Aber auf wessen Kosten?
»But it doesn’t really work as well as you had hoped because only a tiny percentage of viewers will actually read page two. You know that, but you don’t care, because you won’t give up a chance to make a few extra cents. Who cares if it annoys the crap out of that tiny slice of your audience? Who are they, anyway? The people who actually read your content thoroughly instead of skimming the headline and moving on? That can’t possibly be your most important audience segment — they’re just the most involved and attentive. Repeat customers.«
Aus eigener Erfahrung kann ich Arments These bestätigen. Die Notwendigkeit, zum Weiterlesen eines Artikels Blättern zu müssen, ist eine Schwelle. Diese Schwelle übertrete ich in einigen Fällen aus Bequemlichkeit nicht.
Als ZEIT Online im September neu gelauncht wurde, haben – neben mir – zahlreiche Nutzer Feedback gegeben. Was hierbei offenbar häufig gefordert wurde, war die Möglichkeit, Artikel nicht über mehrere Seiten blättern zu müssen, sondern sie auf einer Seite lesen zu können. ZEIT Online ist dieser Bitte nachgekommen, indem eine Funktion »Auf einer Seite lesen« auf jeder Seite oben angeboten wird.
In der Konsequenz werden die Nutzer, die den Artikel ohne Blätter-Klicks bis zum Ende lesen wollen, nun trotzdem gezwungen, einen weiteren Link anzuklicken. Und dieser befindet sich nicht etwa am Ende des Texts (wo man als Leser automatisch landet, wenn man liest), sondern oben (wo man erst wieder hinscrollen muss).
Die Kernfrage, die Marco Arment stellt, ist die: Kann sich eine solche Benachteiligung von Nutzern, die das Angebot nutzen möchten, das der Anbieter so gerne an den Mann bringen möchte, langfristig rechnen?
Aus Sicht der Anzeigenkunden stellt sich noch eine andere Frage: Warum sollten sie für Pageviews zahlen, die von Nutzern nur mit der einen Absicht generiert werden, einen Artikel zuende zu lesen? Wie groß kann die Wahrscheinlichkeit sein, dass genau diese Nutzer sich stattdessen mit einer Anzeige beschäftigen werden?
Solange aber Anzeigenkunden weiter nach Pageviews bezahlen, werden wir Nutzer weiter dazu beitragen müssen, die Zahl derselben künstlich zu maximieren.
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»Die ist nämlich schon aufgeregt«
Echte User reagieren anders als man es erwartet. Fast immer. Beim Design eines Interfaces, ob jetzt visuell, auditiv oder taktil, versuchen wir den Benützer möglichst gut an die Hand zu nehmen. Aber wir können auch damit nerven.
Ein sehr schönes Bespiel, wie Menschen bei der Benützung von Navigationsgeräten reagieren, gibt es bei Spiegel Online.
Navi: »Biegen Sie rechts ab, dann biegen Sie die Zweite rechts ab.«
Proband: »Genau: rechts und rechts.«
Navi: »Biegen Sie rechts ab, dann biegen Sie die Zweite rechts ab.«
Proband: »Machen wir gleich – die ist nämlich schon aufgeregt.«
Besonders gut gefällt mir, dass auch hier wieder mal einem technischen Gerät menschliche Züge verliehen werden. Kein Wunder, das Navi redet ja auch.
So wichtig sind Visualisierungen:
A sketch, no matter how rough, can make the difference between important ideas getting buried in politics or going to production.
Matt Donovan in dem 404uxd-Artikel »Sketch The Right Problem«
The power that a single image has to convey an enormous amount of content is underappreciated in business today. However, the ability to create such a piece that is simple, clear and elegant is a real art.
Chip Saltsman, Vice President, Americas Leader, Capgemini Accelerated Solutions Environment in dem XPLANE-Artikel »Bringing greater value to clients through collaborative services«.
Sneak Peek in die Prozessvisualisierung von xplane
Versucht man komplexe Prozesse zu visualisieren, braucht man dafür viele Skizzen und Iterationen. XPLANE zeigt uns zwei Skizzen (1, 2) die fertige Grafik (3) aus eine Visualisierungsprojekt für Capgemini:
Sehr gerne würde ich jetzt noch Skizzen sehen, die vor dem ersten Bild entstanden sein müssten. Nämlich aus der Phase, in der man noch nicht wirklich weiß, welche visuelle Struktur die passende ist und verschiedene Metaphern durchprobiert.
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»Design is not just what it looks like and feels like.
Design is how it works.«
Steve Jobs, Gefunden in dem Kapitel »UI Design« (PDF) von »Dynamic Taxonomies and Faceted Search«. Via Moritz Stefaner.
Ein schönes Zitat. Einzig das alte Übersetzungproblem der Design-Vokabel im Deutschen bleibt.
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Interface-Pattern: Anmelden und Registrieren über ein gemeinsames Formular
Anmelden und Registrieren. Zwei Interface-Pattern, die täglich tausendfach genutzt werden. Aber müssen sie wirklich so aussehen, wie wir sie kennen? Dieser Artikel schlägt ein alternatives Pattern vor: Ein gemeinsames Formular für Anmeldung und Registrierung.
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Contact form conversions increased 120% when the number of fields was reduced from 11 to 4 (a 64% decrease). Furthermore, the fields removed had no impact on the quality of the conversions.
Aus eine CaseStudy von Imaginary Landscape die LukeW zitiert. Imaginary Landscape hat die Conversion ihres alten Kontakt-Formulars mit 11 Feldern mit ihrem neuen mit 4 Feldern verglichen.
Fazit: Wer eine gute Formular-Conversion erreichen möchte, muss den Dialog im Formular so kurz wie möglich halten. Alle zusätzlichen Fragen können gestellt werden – aber erst nachdem das erste Formular abgeschickt ist. Dieses Vorgehen ist aufwändiger, führt aber zu guten Ergebnissen, wie man sieht.
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IE ist klüger, als wir geglaubt haben
Manche halten den Internet Explorer für blöd. Ist er nicht. Der Screenshot beweist es.
(Bild klicken zum Vergrößern)
Wann können wir Bilder endlich in den Browser pasten?
Peldi Guilizzoni, der Gründer und Entwickler von Balsamiq, beschreibt in seinen letzten Release-Artikel, dass man bald Bilder direkt aus der Zwischenablage in Balsamiq einfügen können wird.
Der Workflow, den er dabei skizziert, ist einfach und gefällt mir gut: Beim Einfügen fragt Balsamiq nach dem Dateinamen, unter dem das Bild gespeichert werden soll und bindet es dann wie jedes andere Bild ein. Ein schneller, einfacher Prozess der normalerweise in Webapplikationen häufig ein weiteres Programm zum Speichern des Fotos oder aber ein Spezialprogramm zum Erstellen des Screenshots bedarf, mindestens aber vieler überflüssiger Klicks beim (meist temporären) Speichern und Löschen der Screenshot-Datei.
Aus Usability-, Protuktivitäts-, und User Experience-Sicht kann hier unstreitbar viel gewonnen werden.
Wie kommt es dann, dass es immer noch keine Lösungen zum Einfügen von Bildern in Webapplikationen gibt? Zum Beispiel beim Schreiben von Artikeln in einem Weblog-Editor, wie ich ihn gerade im WordPress-Backend nutze? Oder in Google Docs und Google Mail.
Neben Balsamiq kenne ich nur Jira (Issue-Tracking-System) als Onlinetool, dass über ein Java-Plugin erlaubt, Bilder direkt aus der Zwischenablage einzufügen. Mich selbst treibt dieser Mangel immer wieder zurück zu Weblog-Editoren wie Blogdesk – Ein Workaround der zunehmend ungeeignet wird, da sich die Weblogsysteme schneller Weiterentwickeln als ihre Schnittstellen und die Software, die darauf aufbaut. Abgesehen davon, dass Tools wie Blogdesk immer nur für genau eine Webapplikation eine Lösung sind.
Es ist schon erstaunlich, dass wir inzwischen Webapplikationen haben, die mit zwei Klicks Screencapture unseres Desktops erstellen, aber Alltagsaufgaben wie »Copy & Paste« von Bildern noch nicht anwenderfreundlich gelöst sind.
Kennt ihr andere Tools, die das Einfügen von Bildern direkt in den Browser ermöglichen?
Wie müsste das Problem aus eurer Sicht gelöst werden? Browsersupport für Image-pasting?
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Zum Thema Apple TV: Für mich sieht es nach wie vor nicht so aus, als machte Apple den Versuch, so etwas wie einen Brow
Ein ganz interessanter Artikel steht bei Wired zum Thema Fernbedienung: http://www.wired.com/gadgetlab/2010/09/remot
Hui, das was Apple heute angekündigt hat sollte doch für deine Eltern Passend sein oder Tobias? http://www.apple.c
*Das Problem der Eingabegeräte...* Ich habe die Vermutung, das sich die 'Internet am TV'-Themen erst weiter entwick
Asien geht´s da auch nicht besser :-)