Anti-Pattern: Zwei Eingabefelder statt einem
Vorweg eine Erklärung, was es mit dem Begriff Anti-Pattern auf sich hat: Die Idee stammt von Bill Scott, »Director UI Engineering« bei Netflix. In seinem Blog mit dem herrlichen Titel Looks Good, Works Well sammelt er schon seit längerem Beschreibungen von Unarten des Interaktionsdesigns. Wir folgen seinem Beispiel.
Das Thema dieses Posts ist verwandt, aber nicht identisch mit dem letzten Anti-Pattern-Post Unsinnige Fragen stellen.
Wer eine DHL Paketsendung verfolgen möchte, z.B. nach einer Bestellung bei einem Versandhändler, bekommt vom Versender üblicherweise eine Nummer oder eine Zeichenkette, die zum Beispiel als »Paketverfolgunsnummer« bezeichnet wird. Mit dieser Nummer kann der Verlauf der Lieferung dann auf der Website von Post/DHL verfolgt werden.
Um dem Nutzer eine Entscheidungsmöglichkeit zu geben, bietet die Paketverfolgung von DHL dem Nutzer zwei Eingabefelder für die Eingabe der erhaltenen Nummer an.

Damit wird das Verfolgen einer Sendung ein kleines bisschen spannender. Wo mit nur einem Eingabefeld keinerlei Spannung und null User-Involvement entstanden wäre, wird aus dem langweiligen Abfrage-Akt nun ein interessantes Ratespiel mit einer Erfolgs-Chance von theoretischen 50%.
Denn es ist durchaus wahrscheinlich, dass der Nutzer im Unklaren darüber ist, ob seine erhaltene Nummer im Sinne des Formulars eine Sendungsnummer oder eine Referenznummer ist. Denn nicht mal der Versender der Ware muss das wissen. Er bezeichnet sie ja freiheraus als Paketverfolgungsnummer.
Meine Meinung: Entscheidungen, die Maschinen besser treffen können als Menschen, sollten nicht den Menschen auferlegt werden. Ein Eingabefeld muss reichen. Die Frage, um welche Art von Nummer es sich bei der Eingabe handelt, sollte das System klären.
Habt Ihr eine andere Meinung? Kennt Ihr weitere Beispiele?
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The product is the brand.
You build brand in our industry through the product and the experience.
Jim Wicks, Motorola, 2006 via Quote of the Day bei Usernomics.
Das Zitat lädt ein, wie Oliver Reichenstein ein paar Kausalketten zu spinnen: Da das Produkt teil der gesamten UserExperience ist, bildet die UX die Marke. Da das Interface Teil des Produkts ist, ist Interfacedesign Markenbildung.
Anschaulicher wird das an Olivers Beispiel des iPods gegenüber dem Zune: Das iPod-Produktdesign ist so einmalig, dass es zur Marke wird. So kann sich Apple auch leisten, sein Logo auf der Rückseite zu verstecken. Der Zune dagegen sieht aus wie iPod mit ein paar Ornamenten mehr. Wie eine Kopie. Eine eigene Musikplayermarke kann man mit diesen Produktdesign nicht aufbauen – das hat beim Namen besser geklappt: Zune klingt fancy aber nicht nach iPod-Kopie.

Fallen euch neben Olivers Artikel noch andere Beiträge zu dem Thema ein?
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Augenzwinkern bei FeedBurner
Ich kann mich (wie bereits am Beispiel Snooth gezeigt) ungemein an überraschenden Texten in Web-Applikationen erfreuen. FeedBurner liefert gleich mehrere Vorzeigeobjekte.
Das erste Beispiel stammt aus den Feed-Statistiken. Wenn man dort die Rubrik »Item Use« öffnet, ohne die Funktion selbst aktiviert zu haben, wird man von diesem Text begrüßt:

Slang und Umgangssprache, bei welcher deutschsprachigen Web-Appliaktion findet man das? Hier das nächste Beispiel aus dem Bereich Statistiken / Headline Animator:

Fast schon ein Meta-Witz für Informationsarchitekten und Marketing-Leute: Das Tab-Menü. (»Wir brauchen unbedingt zueinander passende Begriffe!« Quatsch. Was nicht passt, wird passend gemacht.)
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Interessant an dieser Flapsigkeit ist aus meiner Sicht, wie gut sie ankommt. Während man sie einerseits als unangemessen und unprofessionell bewerten könnte, finde ich im Gegenteil, dass sie eine enorme Sympathie aufbaut. Durch diese Formulierungen hebt sich FeedBurner von der Masse der Applikationen, die wir tagtäglich nutzen, ein wenig ab. Vielleicht verdeutlichen (suggerieren?) uns diese Worte auch, dass hinter FeedBurner echte Menschen stehen, die mit uns kommunizieren.
Wenn das stimmt, gelingt mit etwas Finesse, was Karl Klammer und Eliza mit viel Aufwand leider nicht geschafft haben.
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»One of the areas of psychology I’ve been learning and reading about lately is the Unconscious. In fact, I’m so fascinated by this field, I’ve decided it’s the most important and fruitful area for psychologists interested in interface design, user experience, and usability. It turns out that most of our decisions are made unconsciously.«
Via Susan Weinschenk in »UI Design Newsletter«
Susans Lese-Empfehlung ist The New Unconscious. Sie gibt im Newsletter zwei Beispiele aus dem Buch wieder.
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Infinite Scroll im Firefox nachrüsten

Ich bin vor ein paar Tagen via @ggbari auf das Firefox Add-on AutoPager gestossen. Das Add-on macht nicht mehr als eine Paging Website zu einer unendlich scrollbaren Website zu machen – zumindest solange der Content vorhanden ist. Man muss also nicht mehr auf »Weiter«-Links klicken sondern kann wie im Google Reader weiterscrollen und der Inhalt wird dynamisch nachgeladen. Die Seitengrenze wird durch ein kleine Leiste markiert (siehe Screenshot).
Das Add-on ist für bekannte Sites wie Google, Flickr und Amazon bereits vorkonfiguriert. Es kann aber für jede beliebige Website mit Hilfe eines einfachen Assistenten erweitert werden
Anti-Pattern: Unsinnige Fragen stellen
Das ist wieder so ein Fall, wo ich erst mal gestutzt, dann ein paar Minuten nachgedacht und letztlich doch keine vernünftige Erklärung gefunden habe.

Wer in Erwägung zieht, bei Enterprise ein Auto zu mieten, muss eine ganze Reihe von Fragen beantworten. Nachdem man dem System mitgeteilt hat, von welcher Station und in welchem Zeitraum man mieten möchte, wird auch die oben hervorgehobene Auswahlmöglichkeit geboten. Warum sollte ich mich hier entscheiden, ob ich ausschließlich Fahrzeuge mit Schaltgetriebe oder nur solche mit Automatik angezeigt bekommen möchte?
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Niemand mag 404-Seiten
Auf der Seite eines amerikansichen Forschungsinstituts, das sich mit Internetnutzung beschäftigt, habe ich folgende erkenntnisreiche 404-Seite gefunden:

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Müssen Websites Laut geben?
Flash-Sound nervt mich. In den meisten Fällen jedenfalls. Ich möchte nicht bei jedem Aufruf der Startseite den doofen Werbejingle irgendeines Anbieters hören müssen. Oder eine Band spielt automatisch ihre aktuelle Platte ab. Gut bei der Band kann ich damit noch so gerade eben leben, aber auf Firmenwebsites mit Werbejingles zugemüllt zu werden geht gar nicht.
Wenn Sound auf einer Seite unbedingt sein muss, dann kann dieser auch On-Demand gestartet werden statt den Benutzer damit zu belästigen. Ein youtube Video läuft ja auch nicht direkt los, wenn es irgendwo in der Seite eingebunden ist. Die Freibeuter Mentalität, mit der mein Lautsprecher gekapert wird, ist nicht wirklich freundlich gegenüber dem Nutzer.
Warum nervt mich das? Und warum ist das sogar kontraproduktiv? Im Normalfall höre ich Musik mit meinem Rechner, oder der Sound ist aus. Wenn ich dann eine Website aufrufe die mich durch Geräusche irgendeiner Art in meinem Musik hören stört, ist das Fenster schneller geschlossen als dem Sitebetreiber lieb ist.
Die Konsequenz, keine Musik mehr mit dem Rechner zu hören und den Sound immer ausgeschaltet zu haben, ist mir keine Website wert. Wieso auch? Das gleiche Produkt, die gleiche Dienstleistung, die gleiche Information bekomme ich irgendwo anders im Web auch – und das ohne genervt zu werden.
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Hi Marian, nein, eigentlich ich meinte das Canonical Tag von Google und Co. Der kopierte Code-Schnipsel wurde aber a