uxzentrisch erörtert:
Passt eine Schreibmaschinentastatur in ein Smartphone?

Mit den Touch Geräten haben wir die Möglichkeit das Konzept der Tastatur neu zu denken sind bisher aber bei der altbewährten Schreibmaschinentastatur geblieben bzw. zu ihr zurückgekehrt. Minuum hinterfragt diesen Standard und präsentiert ein durchaus interessantes Konzept. Die »Tastatur« von Miniuum ist nur noch eine einzige Zeile von Buchstaben, bei der man die Buchstaben beim Tippen nicht ganz so präzise treffen muss.

Die Tastatur in der Historie

Die Tastatur am Computer ist zwar alt, funktioniert aber immer noch gut. In der Vergangenheit gab es immer wieder Versuche die Tastatur zu verbessern. Angefangen beim Dworak Tastaturlayout, das das Ziel hatte schneller und weniger fehleranfällig zu sein, bis hin zum ergonomisch gebauten Microsoft Natural Keyboard. Die genannten Ansätze, auch wenn Sie verschiedenartige Problem lösen wollten, konnten sich nie gegen das alte QWERTY Tastaturlayout durchsetzen. Zu verbreitet, zu gelernt war die alte Schreibmaschine. Und zu klein waren die Vorteile, als dass sie sich in der Masse durchsetzen konnten.

Die Tastatur der Handys

Mit der Verbreitung der Handys in den 90er Jahren wurde mit der Telefontastatur ein neues Tastenlayout Teil eines Massenproduktes. Für das Schreiben von Kurznachrichten reichte die 12-Tasten-Tastatur erstmal aus. Später erfand man dann T9 – Text on 9 keys. Die Technologie brachte gegenüber der alten Eingabe auf Handys einen solchen Vorteil, dass es nicht lange auf sich warten lies, bis die Technologie zur Handystandardausstattung gehörte.
Mit der Einführung der Touch-Smartphones wurde die 12-Tasten-Tastatur aber wieder abgeschafft. Man behielt zwar den Ansatz von T9 durch Autocomplete aufrecht, klammerte sich aber wieder an die Schreibmaschine.

Mehr Screen auf dem Smartphone

Minuums hinterfragt das Full-Feature-Keyboard und reduziert es auf eine einzige Zeile. Im Prinzip ist es die T9-Technologie gepaart mit einem auf eine Zeile geschrumpften QWERTY Keyboard. Der klare Vorteil ist hier: Viel mehr Platz auf dem Screen. Die Ansätze von Swype, Swiftkey oder BlackBerry sind sicher Verbesserungen für das Tippen an sich, basieren aber auf dem alten dreizeiligen Schreibmaschinenlayout. Minuum schafft es sich von diesem Konzept zu lösen und präsentiert einen neuartigen Ansatz. Ich bin wirklich darauf gespannt Minuums Tastatur live zu erleben. Aus der Ferne betrachtet ist es jedenfalls ein starkes Konzept. Wenn das Eingabeergebnis stimmt kann diese Tastatur zu einem neuen Standard werden. Unterstützen kann man Miniuum auf der Crowdsourcing Plattform Indiegogo.

Es ist immer wieder erfrischend wenn man Menschen sieht die Standards hinterfragen und neuartige Lösungen präsentieren. Think Different sollte unsere Devise sein.

Was meint ihr? Kann sich solch eine »Tastatur« durchsetzen oder kennt ihr andere ebenso radikale Ansätze?

4 Kommentare

Wolfgang Schnerring vor 2 Jahren

Ich benutze seit einer Weile die MessagEase-Tastatur und bin sehr zufrieden damit. Dort sind die Buchstaben auf 9 große Felder verteilt, und werden nicht nur durch antippen ausgewählt, sondern auch noch durch tippen und in eine Richtung ziehen. Das erhöht die Genauigkeit bei der Eingabe erheblich, setzt aber voraus, dass man sich einarbeitet und die Anordnung einprägt (hat bei mir ca. 2 Wochen gedauert).

Wolfgang Schnerring vor 2 Jahren

Hmm, den Link zu MessagEase http://www.exideas.com/ME/index.php hat das Formular verschluckt.

Tamim Swaid Autor vor 2 Jahren

Schön dass es noch weitere neuartige Ansätze gibt. MessagEase verabschiedet sich ja komplett von dem QWERTY wenn ich das richtig sehe. Auf dem iPhone (meinem Gerät) darf man ja leider sowas nicht ausprobieren. Da geht nur die Betriebsinterne :(

Martin Gude uxzentrisch vor 2 Jahren

Ich hab letztens Minuum ’ne Zeit lang benutzt und getestet und die Tastatur ist schon echt fett. Vor allem weil viel Platz für die Inhalte auf dem Screen übrig bleibt.

Ich bin dann aber auch wieder zu SwiftKey zurück, insbesondere da der Sprachwechsel nicht so toll ist wie bei SwiftKey. Da ich recht viel zwischen Deutsch und Englisch (und manchmal auch Französisch) switche ist das ein absolutes Killerkriterium. Zudem gibt es keine vernünftige Zahlentastatur. Zudem bin ich mit SwiftKey Flow einfach schneller. Gefühlt sogar schneller als mit ner physischen Tastatur.

Die Idee ist super und mit schnellem Sprachwechsel und besseren Eingabemöglichkeiten für Zahlen und Sonderzeichen könnte ich mir den Umstieg nochmal überlegen, aber erstmal bleibt’s bei SwiftKey.