uxzentrisch erörtert:
Performance-Nachteile von No-WWW?

Es ist kein großer Glaubenskrieg, aber doch eine immer wiederkehrende Debatte: Sollten Websites auf die URL http://www.domain.de/ hören, oder sollten Betreiber auf das Präfix »www.« verzichten und einfach http://domain.de/ nutzen?

Bei uxzentrisch.de haben wir uns gegen das www.-Präfix entschieden. Unser Wunsch ist es, möglichst kurze und gut lesbare URLs zu haben. Wir sahen bislang auch keinen Grund, das www-Präfix im Namen der Site zu führen, solange man eine Weiterleitung anbietet, damit Nutzer, die www.uxzentrisch.de in die Adressleiste des Browsers eingeben, ebenfalls ans Ziel kommen.

Denjenigen, die sehr um die Performance (genauer: Ladezeiten) ihrer Website bemüht sind, liefert Yahoo! nun aber doch ein auf den ersten Blick schlüssiges Gegenargument, warum das www-Präfix in der URL geführt werden sollte. Oder sagen wir besser: Warum irgendein Präfix als Hostname geführt werden sollte. Während die Argumentation von Yahoo wie immer sauber ist, würde ich jedoch nicht sagen, dass als Konsequenz jede hochperformante Site das www-Präfix tragen muss.

Aber erst mal zu Yahoos Betrachtungen: Der Knackpunkt sind Cookies. Wer die Site domain.tld betreibt und das www. weglässt , dem bleibt nichts anderes übrig, als die Cookie-Gültigkeit für *.domain.tld einzustellen. Damit werden Cookies unnötigerweise auch an Server gesendet, die z.B. nur zum Ausliefern statischer Inhalte (Bilder, CSS, JavaScript) genutzt werden. Da Cookies mit jedem einzelnen HTTP-Request gesendet werden, kann das bei Sites mit vielen Requests und vielen Cookies schon einen wesentlichen Einfluss auf die Dauer der Requests haben. Ende der Yahoo-Argumentation.

Das gilt natürlich nur, wenn der Server für statische Inhalte den selben Domainnamen trägt wie die Site selbst (also z.B. static.uxzentrisch.de). Wer also auf www. verzichten möchte und einen Server für statische Inhalte betreibt, sollte diesen unter einer Domain betreiben, die nur für diesen Zweck besteht. Das erfordert zwar je Besuch einen zusätzlichen DNS-Lookup (wovon die oben verlinkte Yahoo-Site ebenfalls abrät), dessen Auswirkung dürfte aber in jedem Fall deutlich kleiner sein als die Verzögerung der HTTP-Requests durch unnötige Cookie-Übertragung.

Schön, dass wir uns darüber mal austauschen konnten. :)

1 Kommentar

Tobias Jordans uxzentrisch vor 6 Jahren

Interessant.
Für mich aber kein Grund gegen no-www. Höchstens vielleicht für Sites mit sehr sehr hohem Traffic.
Vor allem aber kein Grund, keine no-www-Redirects einzurichten… was immer noch zu viele Webserver-Admins versäumen (http://twitter.com/tordans/status/4677822458).