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	<title>uxzentrisch &#187; awareness</title>
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	<description>User Experience Blog</description>
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		<title>Bitte nicht stören – es sei denn, es ist wichtig!</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 07:20:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marian Steinbach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[aufmerksamkeit]]></category>
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		<category><![CDATA[wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[Über die offensichtlich schwierige Frage, welche Informationen man dem Nutzer wie stark oder dezent mitteilt - mit einem Beispiel aus Microsoft Office 2010.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Microsoft hat beim <strong>2010er Release von Office</strong> offenbar den Umstand gewürdigt, dass immer mehr Nutzer über das Netzwerk auf Dokumente zugreifen &#8211; und dass eine Netzwerkverbindung auch im Jahr 2010 nicht immer zur Verfügung steht. Das ist grundsätzlich wirklich <strong>begrüßenswert</strong>.</p>
<p>Bei der Vorversion hatte ich oft Probleme damit, wenn ich ein Office-Dokument von einem Sharepoint-Server geöffnet habe, dann die Netzwerkverbindung gekappt habe (um z.B. den Laptop mit in eine Besprechung zu nehmen) und das Dokument dann schließlich wieder speichern wollte. Hier hing das alte Office nicht selten in einem undefinierbaren Zustand fest. Das soll nun  mit dem Upload-Manager der Vergangenheit angehören.</p>
<h3>Nun das &#0187;Aber&#0171;</h3>
<p>Neue Tools haben allerdings auch das Potential, neue Probleme zu erschaffen. Leider ist der Upload-Manager <strong>nicht sonderlich gesprächig</strong>. Wenn das Speichern eines Dokuments auf dem Server (z.B. mit Strg+S bzw. über Datei &gt; Speichern) fehlschlägt, bekommt der Nutzer nicht wie früher große, böse, modale Dialogfenster in den Weg gestellt. Die Arbeit wird gar überhaupt nicht behindert.</p>
<p>Die einzige Art und Weise, wie das nicht erfolgreiche Speichern quittiert wird, ist die Anzeige &#0187;Upload ausstehend&#0171; in der Statuszeile:</p>
<p><a href="http://uxzentrisch.de/wp-content/uploads/2010/06/office-upload-ausstehend-21.png"><img class="alignnone size-full wp-image-2160" title="Statusbalken" src="http://uxzentrisch.de/wp-content/uploads/2010/06/office-upload-ausstehend-21.png" alt="" width="463" height="69" /></a></p>
<p>Für alle, denen der Warn-Charakter dieser Darstellung nicht direkt ins Auge springt, hier die Vergrößerung:</p>
<p><a href="http://uxzentrisch.de/wp-content/uploads/2010/06/office-upload-ausstehend-3.png"><img class="alignnone size-full wp-image-2161" title="Statusbalken Ausschnitt vergrößert" src="http://uxzentrisch.de/wp-content/uploads/2010/06/office-upload-ausstehend-3.png" alt="" width="384" height="63" /></a></p>
<p>Wohl dem, der nicht nach dem Speichern das Programm schließt. Denn derjenige hätte allerhöchstens noch im Windows System Tray die Möglichkeit, auf diese Warnung zu stoßen:</p>
<p><a href="http://uxzentrisch.de/wp-content/uploads/2010/06/office-upload-ausstehend-tray.png"><img class="alignnone size-full wp-image-2162" title="System Tray" src="http://uxzentrisch.de/wp-content/uploads/2010/06/office-upload-ausstehend-tray.png" alt="" width="210" height="54" /></a></p>
<p>Ist das nur meine empfindliche Sicht, oder hat Microsoft da tatsächlich etwas <strong>untertrieben</strong>? Nun haben wir Windows-Nutzer lange Zeit ertragen müssen, dass wir vom System mit Warnmeldungen wie &#0187;Es befinden sich ungenutzte Dateien auf dem Desktop&#0171; vor dem sonst sicheren Verderben bewahrt werden. Ich bin einverstanden, falls man sich bei Microsoft besonnen hat und mit Meldungen grundsätzlich behutsamer umgehen will. Aber die Tatsache, dass sich eine Datei nach dem Speichern &#8211; im Gegensatz zu meiner Absicht  &#8211; nicht auf dem Server befindet, ist schon ein kleines bisschen mehr Aufmerksamkeit wert.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Besuchte Hyperlinks &#8211; Theorie vs. Praxis</title>
		<link>http://uxzentrisch.de/besuchte-hyperlinks-theorie-vs-praxis/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2009 10:28:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marian Steinbach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[awareness]]></category>
		<category><![CDATA[hyperlink]]></category>
		<category><![CDATA[jakob nielsen]]></category>
		<category><![CDATA[kontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[navigation]]></category>
		<category><![CDATA[tim berners-lee]]></category>
		<category><![CDATA[usability]]></category>
		<category><![CDATA[uxcb09]]></category>
		<category><![CDATA[vertrauen]]></category>
		<category><![CDATA[webstandards]]></category>

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		<description><![CDATA[Die klare Unterscheidung von besuchten und nicht besuchten Hyperlinks ist eine der ältesten Designempfehlungen des Webs. Und wohl die am seltensten beachtete. Wir diskutieren, woran das liegt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Hyperlink ist das ureigene Alleinstellungsmerkmal von Hypertextsystemen wie dem World Wide Web. Ein Text, auf den Nutzer klicken können, um zu einer anderen Seite zu navigieren oder eine Ressource zu laden. Ohne Hyperlinks wäre das Web nicht das Web.</p>
<p>Es müsste daher unstrittig sein, dass es für Nutzer des Web besonders wichtig ist, Hyperlinks als solche zu erkennen. Die ersten grafischen Web-Browser, allen voran NCSA Mosaic, haben hierzu einen Quasi-Standard etabliert: Hyperlinks wurden durch <strong>blaue Schrift</strong> und <strong>Unterstreichung</strong> gekennzeichnet (vgl. Abb. 1). Populäre Nachfolger von Mosaic wie der Netscape Navigator haben diese Konvention übernommen, und bis heute ist dies die Standard-Darstellung für nicht besuchte Hyperlinks.</p>
<p><span id="more-124"></span></p>
<p>Mosaic hat noch einen weiteren Quasi-Standard festgelegt: Hyperlinks zu Seiten/Ressourcen, die ein Nutzer bereits besucht/geladen hat, wurden anders dargestellt als noch nicht besuchte Hyperlinks. Dadurch sollte es Nutzern möglich sein, nachzuvollziehen, welche Seiten sie schon besucht haben und welche noch nicht. Mosaic hatte hierzu die Farbe Violett reserviert und außerdem an Stelle der durchgezogenen eine gestrichelte Unterstreichung genutzt (vgl. Abb. 3). Bis auf die gestrichelte Unterstreichung hat sich dies ebenfalls als Konvention verbreitet. Alle bekannten Browser stellen besuchte Hyperlinks anders dar als unbesuchte. Die meisten nutzen die vom Netscape Navigator propagierte Darstellungsform (vgl. Abb. 2).</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-351" title="Hyperlink-Stile in verschiedenen Browsern" src="http://uxzentrisch.de/wp-content/uploads/2009/05/hyperlink_styles.png" alt="Hyperlink-Stile in verschiedenen Browsern" width="470" height="399" /></p>
<p>Einige Zeit lang wurde das Erscheinungsbild von Webseiten von den beiden oben gezeigten Farben, Blau und Violett, bestimmt. Je stärker man eine Seite genutzt und je mehr Links man angeklickt hat, desto violetter wurde sie. Für das ästhetische Empfinden der Nutzer und Macher war das nicht unbedingt schmeichelhaft, und mancher Corporate-Design-Prediger dürfte damals das Web im Allgemeinen oder die Browser im Besonderen für ihre Ignoranz und Eigensinnigkeit verflucht haben.</p>
<p>Seit der <a href="http://www.w3.org/TR/REC-html32">HTML-Spezifikation Version 3.2</a> (14. Januar 1997) war es dann möglich, die gewünschte Farbe für die Darstellung von Text und Hyperlinks im Browser gezielt festzulegen. Die Parameter text, bgcolor, link und vlink im body Tag gaben uns plötzlich jeweils 16,7 Millionen Möglichkeiten, die Farben von Text, Hintergrund und Hyperlinks (besucht und nicht besucht) bewusst zu bestimmen. Eine Möglichkeit, die vor allem von den eher kommerziell interessierten Anbietern von Web-Inhalten lange herbeigesehnt wurde, denn sie markierte das Ende der Vorherrschafft von blau und violett.</p>
<p><strong>7 Jahre später</strong> apelliert Jakob Nielsen in seiner <a href="http://www.useit.com/alertbox/20040503.html">Alertbox vom 3. Mai 2004 mit dem Titel »Change the Color of Visited Links«</a>, die spezielle Kennzeichnung von besuchten Hyperlinks nicht zu vergessen.</p>
<p>Zu dem Zeitpunkt hatten nach Angaben von Nielsen 74% aller Websites diese Unterscheidung getroffen, wodurch sich argumentieren ließ, dass dies eine wichtige Konvention sei, deren Nichteinhaltung böse Auswirkungen auf die Usability einer Website haben müsste. Einige der von Nielsen genanntenn Folgen (übersetzt von uxzentrisch):</p>
<ul>
<li>Unbeabsichtigtes mehrfaches Besuchen der selben Seite.</li>
<li>Nutzer verlieren sich leichter innerhalb der Site, weil ihr Verständnis der Bedeutung jedes Links verringert wird</li>
<li>Nutzer übersehen oft den Unterschied zwischen zwei ähnlichen Link, oder sie schätzen diesen Unterschied falsch ein, wenn sie nicht wissen, welchen der beiden verlinkten Ressourcen sie bereits besucht haben.</li>
<li>Nutzer geben schneller auf, weil ihr Gefühl der Kontrolle geringer ist, wenn die Site ihre Navigationsaktivitäten nicht widerspiegelt und somit Hilfestellung gibt.</li>
</ul>
<p><strong>Heute</strong>, noch einmal 5 Jahre später, zeigt sich, dass Nielsens Apell offensichtlich keine maßgebliche Wirkung hatte. Die größten deutschen Websites (genauer: Die Websites mit den meisten Besuchen nach IVW) ermöglichen keine Unterscheidung zwischen besuchten und unbesuchten Hyperlinks. Die Tabelle zeigt die 20 Websites mit den meisten Visits nach IVW-Ausweisung von März 2009.</p>
<table border="0">
<thead>
<tr>
<th>Website</th>
<th>Kennzeichnung<br />
besuchter Links</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td><a href="http://www.t-online.de/">T-Online</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://de.msn.com/">MSN</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://de.yahoo.com/">Yahoo</a></td>
<td>Teilweise</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.studivz.net/">StudiVZ</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.prosieben.de/">ProSieben Online</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.wer-kennt-wen.de/">wer-kennt-wen.de</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.schuelervz.net/">schülerVZ</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.spiegel.de/">Spiegel Online</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.bild.de/">Bild.de</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.meinvz.net/">meinVZ</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.aol.de/">AOL</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.myspace.com/">MySpace</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.mobile.de/">mobile.de</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.arcor.de/">Arcor.de</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.rtl.de/">RTL.de</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.myvideo.de/">MyVideo</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.chip.de/">CHIP Online</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.lokalisten.de/">Lokalisten</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.lokalisten.de/">Kicker online</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Nur eine einzige Website, Yahoo! Deutschland, findet sich darin, auf der Nutzer besuchte von nicht besuchten Hyperlinks unterscheiden können, und das auch nur teilweise. Auf der Yahoo! Startseite gibt es diese Möglichkeit nicht, nur einige Teilbereiche wie z.B. &#0187;Nachrichten&#0171; machen besuchte Hyperlinks unterscheidbar.</p>
<p>Warum ignorieren die meistgenutzten Websites eine Design-Empfehlung, die fast so alt ist wie das Web selbst?</p>
<p>Hier ist eine Reihe von möglichen Gründen.</p>
<p><strong>Annahme 1: URLs ändern sich</strong></p>
<p>Besuchte Hyperlinks können nur dann vom Browser erkannt und gesondert ausgezeichnet werden, wenn der Browser die URL zuvor schon aufgerufen hat. Ändern sich URLs dauernd, kann das nicht funktionieren.</p>
<p>Einige Sites wie z.B. MSN nutzen URLs mit Parametern. Ein Beispiel:</p>
<p><code>...Sommerloch.aspx?cp-documentid=9361783&amp;imageindex=2</code></p>
<p>Technisch gesehen könnte diese URL auch anders geschrieben werden, beispielsweise indem die URL-Parameter in einer anderen Reihenfolge ausgegeben werden.</p>
<p><code>...Sommerloch.aspx?imageindex=2&amp;cp-documentid=9361783</code></p>
<p>Um besuchte Hyperlinks zuverlässig auszeichnen zu können, muss man innerhalb einer solchen Site sicher stellen, dass die URLs immer identisch geschrieben werden. Die URL-Parameter müssen immer in der gleichen Reihenfolge stehen. Das erfordert schon ein hohes Maß an Standardisierung bei der Entwicklung.</p>
<p>Auch URL-basiertes Session-Management macht die Angelegenheit kompliziert. Hier wird eine möglichst einmalige Session-ID in die URLs eingebunden, um einen Nutzer bei seinen Klicks durch eine Site wiedererkennen zu können. Damit sind URLs grundsätzlich veränderlich.</p>
<p>Amazon.com, der weltweit erfolgreichste Online-Shop, kennzeichnet grundsätzlich besuchte Hyperlinks anders als nicht besuchte. Da Amazon jedoch URLs mit Parametern offenbar auf unterschiedlichste Arten aufbaut, kommt es immer wieder dazu, dass einzelne Links aussehen, als wären sie noch nicht besucht, obwohl man die Zielseite bereits unter einer anderen URL aufgerufen hat.</p>
<p>(Als Exkurs zum Thema URLs hier ein schon 11 Jahre alter Artikel: <a href="http://www.w3.org/Provider/Style/URI">Cool URIs don&#8217;t Change</a> &#8211; geschrieben von keinem geringeren als Tim Berners-Lee.)</p>
<p><strong>Annahme 2: Man verzichtet aus ästhetischen Gründen</strong></p>
<p>Seit HTML 3.2 und die Browser uns die Möglichkeit boten, haben wir ohne Zögern von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Farben von Hyperlinks frei zu beeinflussen. Spätestens, als mit Netscape Navigator 4 auch noch CSS Einzug ins Web erhielt, haben wir uns auch noch bemüht, die charakteristische Unterstreichung von Hyperlinks zu unterdrücken. Eine Website mit blauen, unterstrichenen Hyperlinks wirkte un-designt und nicht zeitgemäß.</p>
<p>Wenn man Links schon farbig kennzeichnet, versucht man heute oft, die Farbe passend zum gesamten Erscheinungsbild der Website (bzw. zum Corporate Design des Absenders) zu wählen. Dies soll zur Klarheit und Wiedererkennbarkeit beitragen, führt aber im Fall von Hyperlinks meist eher zur Tarnung als zur Hervorhebung.</p>
<p>Zu diesem minimalistischen Ansatz scheint die Auszeichnung besuchter Hyperlinks nicht recht zu passen. In Web-Designguides, die uns vorgelegt werden, wird oft explizit vorgeschrieben, dass besuchte Hyperlinks genau so auszuzeichnen sind, wie unbesuchte.</p>
<p>Ein Fall aus der obigen IVW-Liste, dient als besonders griffiges Beispiel: Bei ProSieben.de hat offenbar jeder Unterbereich seine eigene Farbgebung und damit auch seine eigene Linkfarbe. Offenbar sah man sich dort nicht in der Lage, zu jeder dieser Farben auch noch eine Auszeichnung für besuchte Links festzulegen.</p>
<p><strong>Annahme 3: Es wurde schlicht vergessen</strong></p>
<p>Es gibt vieles zu beachten, wenn man eine Website designt. Kann es da möglicherweise passieren, dass dieser Aspekt schlicht vergessen wird? Dass die Designer nicht daran denken, oder dass die CSS-Entwickler vergessen, dies umzusetzen?</p>
<p>Bei der oben gezeigten Auswahl reichweitenstarker Websites ist das nur schwer vorstellbar.</p>
<p><strong>Annahme 4: Man möchte mehr Seitenaufrufe</strong></p>
<p>Viele Websites mit großer Reichweite leben von Ad-Impressions, also von der Anzahl angezeigter Werbeanzeigen. Diese richtet sich nach den Seitenaufrufen. Wenn ein Nutzer eine Seite mehrfach besucht &#8211; etwa weil er glaubt, dort noch nicht gewesen zu sein &#8211; erzeugt dies auch mehr Seitenaufrufe und damit mehr Ad-Impressions.</p>
<p>Wäre das möglich? Nimmt es jemand billigend in Kauf, dass Nutzer auf der Site umherklicken, in der Erwartung, etwas neues zu entdecken, um dann auf eine bereits bekannte Seite zu stoßen? Wäre dem so, würde ich sagen, dieser Betreiber sollte lieber in bessere User Experience investieren, die zu häufigeren Besuchen, mehr Links (=Weiterempfehlungen) und mehr Besuchern führt und damit die Ad-Impressions auf nutzerfreundlichem und nachhaltigem Wege steigert.</p>
<p><strong>Annahme 5: Es wird angenommen, die Unterscheidung sei überflüssig</strong></p>
<p>Ein letzter Grund, der mir als mögliche Ursache für die fehlende Kennzeichnung besuchter Hyperlinks auf Websites in den Sinn kommt: Die Verantwortlichen halten es einfach für unnötig. Schließlich weiß ein Nutzer doch selbst am besten, was er eben angeklickt hat, oder?</p>
<p>Ich schlage folgendes Experiment vor, dass jeder Web-Nutzer nachvollziehen kann:</p>
<ol>
<li>Überlege Dir ein beliebiges, interessantes oder lustiges Thema, zu dem man einige Videos auf Youtube vermutet und suche Videos dazu auf Youtube.com. Nehmen wir zum Beispiel <a href="http://www.youtube.com/results?search_type=&amp;search_query=macworld+keynote&amp;aq=f">macworld keynote</a> (etwa 1.000 Treffer).</li>
<li>Jetzt sieh Dir nacheinander die Videos im Suchergebnis an.</li>
<li>Folge auf den Video-Seiten einigen der &#0187;Ähnliche Videos&#0171; Links.</li>
<li>Versuche dabei, nur Videos zu öffnen, die Du vorher noch nicht gesehen hast.</li>
</ol>
<p>Zähle währenddessen die Klicks, bis Du ein Video öffnest, dass Du vorher schon mal gesehen hast.</p>
<p>Meine ganz persönliche Meinung: Wir brauchen die Kennzeichnung von besuchten Links noch immer. Und je mehr wir eine Website oder Web-Applikation nutzen, desto schwerer wiegen Usability-Probleme und desto wichtiger ist es, sie zu vermeiden.</p>
<p>Der wichtigste Grund aber, warum die Kennzeichnung von besuchten Hyperlinks heute noch immer wichtig ist, ist kein Usability-Argument, sondern ein User-Experience-Aspekt: Websites, auf denen ich besuchte Links erkennen kann, fühlen sich einfach besser an. Es fühlt sich richtig an, wenn ich in einer Liste von Links auf einen Blick sehen kann, welche Einträge ich noch nicht angeklickt habe und welche ich bereits geöffnet habe, möglicherweise in einem neuen Tab irgendwo weit hinten in der Tab-Leiste meines Browsers. Es macht zu einem kleinen, aber wichtigen Teil mein Gefühl aus, kontrollieren zu können, was ich auf einer Site mache. Das ist ein Thema von Transparenz und Vertrauen.</p>
<p>Vielleicht tröstet es, dass es außerhalb der IVW-Rangliste auch Websites gibt, die besuchten Hyperlinks eine erkennbare Auszeichnung spendieren. Und das sicher nicht, weil man etwa vergessen hat, dies zu unterdrücken: <a href="http://www.google.com/">Google</a>, <a href="http://www.yahoo.com/">Yahoo</a>, <a href="http://www.wikipedia.org/">Wikipedia</a>, <a href="http://www.ebay.com/">Ebay</a>, <a href="http://www.flickr.com/">Flickr</a>, <a href="http://www.nytimes.com/">The New York Times</a>, <a href="http://www.craigslist.org/">Craigs List</a>, <a href="http://wordpress.com/">WordPress.com</a>, <a href="http://www.imdb.com/">The Internet Movie Database</a>, <a href="http://ask.com/">Ask.com</a>.</p>
<p>Was denkt Ihr? Brauchen wir die Kennzeichnung besuchter Links noch? Wie macht man es richtig? Aus welchem Grund wird darauf verzichtet? Welche viel genutzten Websites kennzeichnen besuchte Hyperlinks?</p>
<p><strong>Update:</strong> Beim <a href="http://uxcamp.mixxt.de/">UXcamp</a> in Berlin (23. bis 24. Mai 2009) habe ich hierzu eine Session angeboten.</p>
<p><strong>Update 2:</strong> Wie Moritz in den Kommentaren anmerkt, gibt es bei Spiegel Online die <a href="http://www.spiegel.de/schlagzeilen/">Schlagzeilen-Seite</a>, auf der besuchte Hyperlinks deutlich zu erkennen sind.</p>
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