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	<title>uxzentrisch &#187; hyperlink</title>
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	<description>User Experience Blog</description>
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		<title>Besuchte Hyperlinks: Ein Jahr danach</title>
		<link>http://uxzentrisch.de/besuchte-hyperlinks-ein-jahr-danach/</link>
		<comments>http://uxzentrisch.de/besuchte-hyperlinks-ein-jahr-danach/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 12 May 2010 08:26:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nikolai Merk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[hyperlink]]></category>
		<category><![CDATA[usability]]></category>
		<category><![CDATA[webstandards]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einem Jahr haben wir festgestellt, dass es auf sehr wenigen populären, deutschen Websites die Möglichkeit gibt, besuchte Hyperlinks als solche zu erkennen. Dieses Jahr haben wir nachgezählt und auch international verglichen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor rund einem Jahr hat Marian hier bei uxzentrisch den Artikel <a href="http://uxzentrisch.de/besuchte-hyperlinks-theorie-vs-praxis/">Besuchte Hyperlinks &#8211; Theorie vs. Praxis</a> veröffentlicht und darin festgestellt, dass nur sehr wenige (deutsche) Websites besuchte Hyperlinks anders darstellen als nicht besuchte Links. Welche Probleme das mit sich bringt, wurde im ursprünglichen Artikel ausführlicher beleuchtet.</p>
<p>Vor einem Jahr war <strong>Yahoo!</strong> unter den 20 meistbesuchten Webseiten Deutschlands <strong>die einzige Ausnahme</strong>, bei der &#8211; zumindest in Teilen &#8211; besuchte Hyperlinks als solche zu erkennen waren. Nun, ein Jahr später, haben wir eine neue Bestandsaufnahme gemacht. Dabei haben wir die 50 deutschen Sites mit den meisten Besuchen (nach IVW-Ausweisung) und international die 50 meist besuchten Sites (nach <a href="http://www.alexa.com/" target="_blank">Alexa</a>) betrachtet.</p>
<p>Das Ergebnis: Unter den deutschen Sites hat sich nach einem weiteren Jahr praktisch nichts verändert. Gerade einmal 3 von 50 Sites nutzten die Möglichkeit, besuchte Links zu kennzeichnen. Das sind <a href="http://yahoo.de">yahoo.de</a> , <a href="http://heise.de">heise.de</a> und <a href="http://ciao.de">ciao.de</a>.</p>
<p>Bei den internationalen TOP 50 sieht das schon anders aus. Die nachstehende Tabelle zeigt alle Sites, bei denen wir besuchte Hyperlinks von anderen Links unterscheiden konnten. Die komplette Liste ist <a href="https://spreadsheets.google.com/ccc?key=0AqRrTmNrEqx0dEZtQ29MMS11ZHh1V0RsNE1WVTNoQ2c&amp;hl=de" target="_blank">als Google-Docs-Tabelle</a> einsehbar.</p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 1270px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;">
<p>Hier zeigt sich, dass auch ein weiteres Jahr später immer noch der Großteil die Vorteile von gekennzeichneten Links vernachlässigen. </span></h1>
<h1 style="margin-left: 0cm; text-indent: 0cm;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%; font-weight: normal;">Im Verhältnis zu<span> </span>internationalen Webseiten stehen die Deutschen wesentlich schlechter dar. </span></h1>
<h1 style="margin-left: 0cm; text-indent: 0cm;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%; font-weight: normal;">Die zweite Tabelle zeigt die 50 meistbesuchten internationalen Webseiten. Hierbei kristallisiert sich ein ganz anderes Bild heraus. Berücksichtigen wir die Doppelnennungen von google mit<span> </span>unterschiedlichen Domainendungen (google kommt 10. mal vor), und  zählen diese nur einmal auf, so kennzeichnen immer noch 15 von 40 unterschiedlichen Webseiten besuchte Links aus.</span></h1>
</div>
<table>
<thead>
<tr>
<td>Rang</td>
<td>Site</td>
<td>Kennzeichnung besuchter Hyperlinks</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>1.</td>
<td><a href="http://www.google.com/">google.com</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>3.</td>
<td><a href="http://www.yahoo.com/">yahoo</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>5.</td>
<td><a href="http://www.live.com/">live.com</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>6.</td>
<td><a href="http://en.wikipedia.org/">wikipedia</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>8.</td>
<td><a href="http://www.baidu.com">baidu</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>9.</td>
<td><a href="http://www.msn.com">msn</a></td>
<td>teilweise</td>
</tr>
<tr>
<td>11.</td>
<td><a href="http://www.yahoo.co.jp/">yahoo.co.jp</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>13.</td>
<td><a href="http://google.co.in">google.co.in</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>14.</td>
<td><a href="http://www.google.cn/">google.cn</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>15.</td>
<td><a href="http://www.sina.com.cn/">sina.com.cn</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>16.</td>
<td><a href="http://www.google.de/">google.de</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>17.</td>
<td><a href="http://wordpress.com/">wordpress</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>19.</td>
<td><a href="http://www.microsoft.com">microsoft</a></td>
<td>teilweise</td>
</tr>
<tr>
<td>21.</td>
<td><a href="http://google.co.uk">google.co.uk</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>23.</td>
<td><a href="http://www.bing.com">bing</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>24.</td>
<td><a href="http://www.ebay.com/">ebay.com</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>25.</td>
<td><a href="http://google.fr/">google.fr</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>27.</td>
<td><a href="http://www.yandex.ru/">yandex.ru</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>28.</td>
<td><a href="http://google.co.jp">google.co.jp</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>30.</td>
<td><a href="http://google.com.br">google.com.br</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>31.</td>
<td><a href="http://www.flickr.com/">flickr</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>34.</td>
<td><a href="http://rapidshare.com/">rapidshare.com</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>35..</td>
<td><a href="http://www.craigslist.org/">craigslist.org</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>36.</td>
<td><a href="http://google.it">google.it</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>39.</td>
<td><a href="http://google.es">google.es</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>40.</td>
<td><a href="http://www.soso.com/">soso.com</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>43.</td>
<td><a href="http://www.imdb.com/">imdb.com</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>47.</td>
<td><a href="http://www.bbc.co.uk/">bbc.co.uk</a></td>
<td>teilweise</td>
</tr>
<tr>
<td>50.</td>
<td><a href="http://google.com.mx/">google.com.mx</a></td>
<td>ja</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Hierbei kristallisiert sich ein ganz anderes Bild heraus. Zur  Recherchezeit waren 2 Seiten offline. Berücksichtigen wir zudem die  Doppelnennungen von google (11. mal) und yahoo (2. mal) mit   unterschiedlichen Domainendungen, und  zählen diese nur einmal auf, so  kennzeichnen immer noch 16 von 35 unterschiedlichen Webseiten besuchte  Links aus.</p>
<p>Jetzt stellt sich mir die Frage, warum der Unterschied  zwischen deutschen und internationalen Seiten so groß ist? Hinken deutsche Seiten den internationalen hinterher? Oder sind deutsche Webseiten ein Vorreiter für diese Tendenz?</p>
<p>Auch nächstes Jahr werden wir wieder überprüfen, ob die Deutschen sich dann (zumindest bei diesem Detail) mehr um Usability bemühen. Es bleibt spannend!</p>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tipp: Wenn schon Google Maps Anfahrtskizze, dann mit Link</title>
		<link>http://uxzentrisch.de/google-maps-anfahrtskizze-bitte-mit-link/</link>
		<comments>http://uxzentrisch.de/google-maps-anfahrtskizze-bitte-mit-link/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 11:27:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marian Steinbach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[hyperlink]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://uxzentrisch.de/?p=1439</guid>
		<description><![CDATA[Was nützt eine Google Maps Anfahrtskizze ohne einen Link zu Google Maps? Nicht viel, finden wir.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Google macht es jedem, der die <strong>altbackene Anfahrtskizze</strong> auf seiner Webseite durch eine interaktive Google Map ersetzen will, ziemlich leicht.</p>
<p>Der Standard-Code, den Google hierfür in seiner Maps-Anwendung ausgibt, enthält unterhalb der Kartendarstellung auch einen Link &#0187;Größere Kartenansicht&#0171;. Dieser führt (im selben Fenster) zu Google Maps. Klar, könnte man denken, hier will Google uns den werten Besucher abwerben und auf seinen Service ziehen!</p>
<p>Wie wichtig und hilfreich dieser Link aber aus Sicht des Nutzers sein kann, stellt sich heraus, wenn er mal fehlt. Ein <a href="http://breakfast.ecommerce-lounge.de/location/">Beispiel</a>:</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-1440" title="Google Maps Anfahrtskizze ohne Link zu Google Maps" src="http://s.sendung.de/uxzentrisch.de/uploads/2010/03/anfahrt-ohne-link-500x272.png" alt="" width="500" height="272" /></p>
<p>Die (nebenbei deutlich zu kleine) Karte hilft mir ohne die weiteren Google-Maps-Funktionen kaum weiter. Zwar kann ich mir auf der Karte ansehen, wo die betreffende Örtlichkeit liegt. Den eigentlichen Zweck, mir eine <strong>Anfahrtbeschreibung</strong> zu liefern, leistet die Darstellung aber nicht. (Obiges Beispiel scheint darüber hinaus nicht mit dem Standardcode zur Einbettung zu arbeiten, sonst würde die Bubble zum Restaurant noch mehr Funktionen und Informationen enthalten. Trotzdem funktioniert es als Beispiel.)</p>
<p>Zum Vergleich: Der entsprechende <a href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=Goldmund,+Sch%C3%B6ne+Aussicht+2,+60311+Frankfurt+am+Main&amp;sll=51.151786,10.415039&amp;sspn=20.341971,35.683594&amp;ie=UTF8&amp;hq=Goldmund,&amp;hnear=Sch%C3%B6ne+Aussicht+2,+Frankfurt+am+Main&amp;ll=50.110217,8.69452&amp;spn=0.010128,0.018368&amp;z=16&amp;iwloc=A">Google Maps Deeplink</a> liefert die interaktive Routenplanung, Nutzerbewertungen und mehr.</p>
<p>Wer seinen Nutzern hier einen <strong>Mehrwert </strong>bieten möchte, darf nicht vor dem externen Link zurückschrecken. Das ist auch im Web des Jahres 2010 offenbar noch nicht selbstverständlich und gilt mitnichten nur für Links zu Google Maps.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Besuchte Hyperlinks &#8211; Theorie vs. Praxis</title>
		<link>http://uxzentrisch.de/besuchte-hyperlinks-theorie-vs-praxis/</link>
		<comments>http://uxzentrisch.de/besuchte-hyperlinks-theorie-vs-praxis/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 May 2009 10:28:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marian Steinbach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[awareness]]></category>
		<category><![CDATA[hyperlink]]></category>
		<category><![CDATA[jakob nielsen]]></category>
		<category><![CDATA[kontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[navigation]]></category>
		<category><![CDATA[tim berners-lee]]></category>
		<category><![CDATA[usability]]></category>
		<category><![CDATA[vertrauen]]></category>
		<category><![CDATA[webstandards]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://uxzentrisch.de/?p=124</guid>
		<description><![CDATA[Die klare Unterscheidung von besuchten und nicht besuchten Hyperlinks ist eine der ältesten Designempfehlungen des Webs. Und wohl die am seltensten beachtete. Wir diskutieren, woran das liegt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Hyperlink ist das ureigene Alleinstellungsmerkmal von Hypertextsystemen wie dem World Wide Web. Ein Text, auf den Nutzer klicken können, um zu einer anderen Seite zu navigieren oder eine Ressource zu laden. Ohne Hyperlinks wäre das Web nicht das Web.</p>
<p>Es müsste daher unstrittig sein, dass es für Nutzer des Web besonders wichtig ist, Hyperlinks als solche zu erkennen. Die ersten grafischen Web-Browser, allen voran NCSA Mosaic, haben hierzu einen Quasi-Standard etabliert: Hyperlinks wurden durch <strong>blaue Schrift</strong> und <strong>Unterstreichung</strong> gekennzeichnet (vgl. Abb. 1). Populäre Nachfolger von Mosaic wie der Netscape Navigator haben diese Konvention übernommen, und bis heute ist dies die Standard-Darstellung für nicht besuchte Hyperlinks.</p>
<p><span id="more-124"></span></p>
<p>Mosaic hat noch einen weiteren Quasi-Standard festgelegt: Hyperlinks zu Seiten/Ressourcen, die ein Nutzer bereits besucht/geladen hat, wurden anders dargestellt als noch nicht besuchte Hyperlinks. Dadurch sollte es Nutzern möglich sein, nachzuvollziehen, welche Seiten sie schon besucht haben und welche noch nicht. Mosaic hatte hierzu die Farbe Violett reserviert und außerdem an Stelle der durchgezogenen eine gestrichelte Unterstreichung genutzt (vgl. Abb. 3). Bis auf die gestrichelte Unterstreichung hat sich dies ebenfalls als Konvention verbreitet. Alle bekannten Browser stellen besuchte Hyperlinks anders dar als unbesuchte. Die meisten nutzen die vom Netscape Navigator propagierte Darstellungsform (vgl. Abb. 2).</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-351" title="Hyperlink-Stile in verschiedenen Browsern" src="http://s.sendung.de/uxzentrisch.de/uploads/2009/05/hyperlink_styles.png" alt="Hyperlink-Stile in verschiedenen Browsern" width="470" height="399" /></p>
<p>Einige Zeit lang wurde das Erscheinungsbild von Webseiten von den beiden oben gezeigten Farben, Blau und Violett, bestimmt. Je stärker man eine Seite genutzt und je mehr Links man angeklickt hat, desto violetter wurde sie. Für das ästhetische Empfinden der Nutzer und Macher war das nicht unbedingt schmeichelhaft, und mancher Corporate-Design-Prediger dürfte damals das Web im Allgemeinen oder die Browser im Besonderen für ihre Ignoranz und Eigensinnigkeit verflucht haben.</p>
<p>Seit der <a href="http://www.w3.org/TR/REC-html32">HTML-Spezifikation Version 3.2</a> (14. Januar 1997) war es dann möglich, die gewünschte Farbe für die Darstellung von Text und Hyperlinks im Browser gezielt festzulegen. Die Parameter text, bgcolor, link und vlink im body Tag gaben uns plötzlich jeweils 16,7 Millionen Möglichkeiten, die Farben von Text, Hintergrund und Hyperlinks (besucht und nicht besucht) bewusst zu bestimmen. Eine Möglichkeit, die vor allem von den eher kommerziell interessierten Anbietern von Web-Inhalten lange herbeigesehnt wurde, denn sie markierte das Ende der Vorherrschafft von blau und violett.</p>
<p><strong>7 Jahre später</strong> apelliert Jakob Nielsen in seiner <a href="http://www.useit.com/alertbox/20040503.html">Alertbox vom 3. Mai 2004 mit dem Titel »Change the Color of Visited Links«</a>, die spezielle Kennzeichnung von besuchten Hyperlinks nicht zu vergessen.</p>
<p>Zu dem Zeitpunkt hatten nach Angaben von Nielsen 74% aller Websites diese Unterscheidung getroffen, wodurch sich argumentieren ließ, dass dies eine wichtige Konvention sei, deren Nichteinhaltung böse Auswirkungen auf die Usability einer Website haben müsste. Einige der von Nielsen genanntenn Folgen (übersetzt von uxzentrisch):</p>
<ul>
<li>Unbeabsichtigtes mehrfaches Besuchen der selben Seite.</li>
<li>Nutzer verlieren sich leichter innerhalb der Site, weil ihr Verständnis der Bedeutung jedes Links verringert wird</li>
<li>Nutzer übersehen oft den Unterschied zwischen zwei ähnlichen Link, oder sie schätzen diesen Unterschied falsch ein, wenn sie nicht wissen, welchen der beiden verlinkten Ressourcen sie bereits besucht haben.</li>
<li>Nutzer geben schneller auf, weil ihr Gefühl der Kontrolle geringer ist, wenn die Site ihre Navigationsaktivitäten nicht widerspiegelt und somit Hilfestellung gibt.</li>
</ul>
<p><strong>Heute</strong>, noch einmal 5 Jahre später, zeigt sich, dass Nielsens Apell offensichtlich keine maßgebliche Wirkung hatte. Die größten deutschen Websites (genauer: Die Websites mit den meisten Besuchen nach IVW) ermöglichen keine Unterscheidung zwischen besuchten und unbesuchten Hyperlinks. Die Tabelle zeigt die 20 Websites mit den meisten Visits nach IVW-Ausweisung von März 2009.</p>
<table border="0">
<thead>
<tr>
<th>Website</th>
<th>Kennzeichnung<br />
besuchter Links</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td><a href="http://www.t-online.de/">T-Online</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://de.msn.com/">MSN</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://de.yahoo.com/">Yahoo</a></td>
<td>Teilweise</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.studivz.net/">StudiVZ</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.prosieben.de/">ProSieben Online</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.wer-kennt-wen.de/">wer-kennt-wen.de</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.schuelervz.net/">schülerVZ</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.spiegel.de/">Spiegel Online</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.bild.de/">Bild.de</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.meinvz.net/">meinVZ</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.aol.de/">AOL</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.myspace.com/">MySpace</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.mobile.de/">mobile.de</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.arcor.de/">Arcor.de</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.rtl.de/">RTL.de</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.myvideo.de/">MyVideo</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.chip.de/">CHIP Online</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.lokalisten.de/">Lokalisten</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
<tr>
<td><a href="http://www.lokalisten.de/">Kicker online</a></td>
<td>Nein</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Nur eine einzige Website, Yahoo! Deutschland, findet sich darin, auf der Nutzer besuchte von nicht besuchten Hyperlinks unterscheiden können, und das auch nur teilweise. Auf der Yahoo! Startseite gibt es diese Möglichkeit nicht, nur einige Teilbereiche wie z.B. &#0187;Nachrichten&#0171; machen besuchte Hyperlinks unterscheidbar.</p>
<p>Warum ignorieren die meistgenutzten Websites eine Design-Empfehlung, die fast so alt ist wie das Web selbst?</p>
<p>Hier ist eine Reihe von möglichen Gründen.</p>
<p><strong>Annahme 1: URLs ändern sich</strong></p>
<p>Besuchte Hyperlinks können nur dann vom Browser erkannt und gesondert ausgezeichnet werden, wenn der Browser die URL zuvor schon aufgerufen hat. Ändern sich URLs dauernd, kann das nicht funktionieren.</p>
<p>Einige Sites wie z.B. MSN nutzen URLs mit Parametern. Ein Beispiel:</p>
<p><code>...Sommerloch.aspx?cp-documentid=9361783&amp;imageindex=2</code></p>
<p>Technisch gesehen könnte diese URL auch anders geschrieben werden, beispielsweise indem die URL-Parameter in einer anderen Reihenfolge ausgegeben werden.</p>
<p><code>...Sommerloch.aspx?imageindex=2&amp;cp-documentid=9361783</code></p>
<p>Um besuchte Hyperlinks zuverlässig auszeichnen zu können, muss man innerhalb einer solchen Site sicher stellen, dass die URLs immer identisch geschrieben werden. Die URL-Parameter müssen immer in der gleichen Reihenfolge stehen. Das erfordert schon ein hohes Maß an Standardisierung bei der Entwicklung.</p>
<p>Auch URL-basiertes Session-Management macht die Angelegenheit kompliziert. Hier wird eine möglichst einmalige Session-ID in die URLs eingebunden, um einen Nutzer bei seinen Klicks durch eine Site wiedererkennen zu können. Damit sind URLs grundsätzlich veränderlich.</p>
<p>Amazon.com, der weltweit erfolgreichste Online-Shop, kennzeichnet grundsätzlich besuchte Hyperlinks anders als nicht besuchte. Da Amazon jedoch URLs mit Parametern offenbar auf unterschiedlichste Arten aufbaut, kommt es immer wieder dazu, dass einzelne Links aussehen, als wären sie noch nicht besucht, obwohl man die Zielseite bereits unter einer anderen URL aufgerufen hat.</p>
<p>(Als Exkurs zum Thema URLs hier ein schon 11 Jahre alter Artikel: <a href="http://www.w3.org/Provider/Style/URI">Cool URIs don&#8217;t Change</a> &#8211; geschrieben von keinem geringeren als Tim Berners-Lee.)</p>
<p><strong>Annahme 2: Man verzichtet aus ästhetischen Gründen</strong></p>
<p>Seit HTML 3.2 und die Browser uns die Möglichkeit boten, haben wir ohne Zögern von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Farben von Hyperlinks frei zu beeinflussen. Spätestens, als mit Netscape Navigator 4 auch noch CSS Einzug ins Web erhielt, haben wir uns auch noch bemüht, die charakteristische Unterstreichung von Hyperlinks zu unterdrücken. Eine Website mit blauen, unterstrichenen Hyperlinks wirkte un-designt und nicht zeitgemäß.</p>
<p>Wenn man Links schon farbig kennzeichnet, versucht man heute oft, die Farbe passend zum gesamten Erscheinungsbild der Website (bzw. zum Corporate Design des Absenders) zu wählen. Dies soll zur Klarheit und Wiedererkennbarkeit beitragen, führt aber im Fall von Hyperlinks meist eher zur Tarnung als zur Hervorhebung.</p>
<p>Zu diesem minimalistischen Ansatz scheint die Auszeichnung besuchter Hyperlinks nicht recht zu passen. In Web-Designguides, die uns vorgelegt werden, wird oft explizit vorgeschrieben, dass besuchte Hyperlinks genau so auszuzeichnen sind, wie unbesuchte.</p>
<p>Ein Fall aus der obigen IVW-Liste, dient als besonders griffiges Beispiel: Bei ProSieben.de hat offenbar jeder Unterbereich seine eigene Farbgebung und damit auch seine eigene Linkfarbe. Offenbar sah man sich dort nicht in der Lage, zu jeder dieser Farben auch noch eine Auszeichnung für besuchte Links festzulegen.</p>
<p><strong>Annahme 3: Es wurde schlicht vergessen</strong></p>
<p>Es gibt vieles zu beachten, wenn man eine Website designt. Kann es da möglicherweise passieren, dass dieser Aspekt schlicht vergessen wird? Dass die Designer nicht daran denken, oder dass die CSS-Entwickler vergessen, dies umzusetzen?</p>
<p>Bei der oben gezeigten Auswahl reichweitenstarker Websites ist das nur schwer vorstellbar.</p>
<p><strong>Annahme 4: Man möchte mehr Seitenaufrufe</strong></p>
<p>Viele Websites mit großer Reichweite leben von Ad-Impressions, also von der Anzahl angezeigter Werbeanzeigen. Diese richtet sich nach den Seitenaufrufen. Wenn ein Nutzer eine Seite mehrfach besucht &#8211; etwa weil er glaubt, dort noch nicht gewesen zu sein &#8211; erzeugt dies auch mehr Seitenaufrufe und damit mehr Ad-Impressions.</p>
<p>Wäre das möglich? Nimmt es jemand billigend in Kauf, dass Nutzer auf der Site umherklicken, in der Erwartung, etwas neues zu entdecken, um dann auf eine bereits bekannte Seite zu stoßen? Wäre dem so, würde ich sagen, dieser Betreiber sollte lieber in bessere User Experience investieren, die zu häufigeren Besuchen, mehr Links (=Weiterempfehlungen) und mehr Besuchern führt und damit die Ad-Impressions auf nutzerfreundlichem und nachhaltigem Wege steigert.</p>
<p><strong>Annahme 5: Es wird angenommen, die Unterscheidung sei überflüssig</strong></p>
<p>Ein letzter Grund, der mir als mögliche Ursache für die fehlende Kennzeichnung besuchter Hyperlinks auf Websites in den Sinn kommt: Die Verantwortlichen halten es einfach für unnötig. Schließlich weiß ein Nutzer doch selbst am besten, was er eben angeklickt hat, oder?</p>
<p>Ich schlage folgendes Experiment vor, dass jeder Web-Nutzer nachvollziehen kann:</p>
<ol>
<li>Überlege Dir ein beliebiges, interessantes oder lustiges Thema, zu dem man einige Videos auf Youtube vermutet und suche Videos dazu auf Youtube.com. Nehmen wir zum Beispiel <a href="http://www.youtube.com/results?search_type=&amp;search_query=macworld+keynote&amp;aq=f">macworld keynote</a> (etwa 1.000 Treffer).</li>
<li>Jetzt sieh Dir nacheinander die Videos im Suchergebnis an.</li>
<li>Folge auf den Video-Seiten einigen der &#0187;Ähnliche Videos&#0171; Links.</li>
<li>Versuche dabei, nur Videos zu öffnen, die Du vorher noch nicht gesehen hast.</li>
</ol>
<p>Zähle währenddessen die Klicks, bis Du ein Video öffnest, dass Du vorher schon mal gesehen hast.</p>
<p>Meine ganz persönliche Meinung: Wir brauchen die Kennzeichnung von besuchten Links noch immer. Und je mehr wir eine Website oder Web-Applikation nutzen, desto schwerer wiegen Usability-Probleme und desto wichtiger ist es, sie zu vermeiden.</p>
<p>Der wichtigste Grund aber, warum die Kennzeichnung von besuchten Hyperlinks heute noch immer wichtig ist, ist kein Usability-Argument, sondern ein User-Experience-Aspekt: Websites, auf denen ich besuchte Links erkennen kann, fühlen sich einfach besser an. Es fühlt sich richtig an, wenn ich in einer Liste von Links auf einen Blick sehen kann, welche Einträge ich noch nicht angeklickt habe und welche ich bereits geöffnet habe, möglicherweise in einem neuen Tab irgendwo weit hinten in der Tab-Leiste meines Browsers. Es macht zu einem kleinen, aber wichtigen Teil mein Gefühl aus, kontrollieren zu können, was ich auf einer Site mache. Das ist ein Thema von Transparenz und Vertrauen.</p>
<p>Vielleicht tröstet es, dass es außerhalb der IVW-Rangliste auch Websites gibt, die besuchten Hyperlinks eine erkennbare Auszeichnung spendieren. Und das sicher nicht, weil man etwa vergessen hat, dies zu unterdrücken: <a href="http://www.google.com/">Google</a>, <a href="http://www.yahoo.com/">Yahoo</a>, <a href="http://www.wikipedia.org/">Wikipedia</a>, <a href="http://www.ebay.com/">Ebay</a>, <a href="http://www.flickr.com/">Flickr</a>, <a href="http://www.nytimes.com/">The New York Times</a>, <a href="http://www.craigslist.org/">Craigs List</a>, <a href="http://wordpress.com/">WordPress.com</a>, <a href="http://www.imdb.com/">The Internet Movie Database</a>, <a href="http://ask.com/">Ask.com</a>.</p>
<p>Was denkt Ihr? Brauchen wir die Kennzeichnung besuchter Links noch? Wie macht man es richtig? Aus welchem Grund wird darauf verzichtet? Welche viel genutzten Websites kennzeichnen besuchte Hyperlinks?</p>
<p><strong>Update:</strong> Beim <a href="http://uxcamp.mixxt.de/">UXcamp</a> in Berlin (23. bis 24. Mai 2009) habe ich hierzu eine Session angeboten.</p>
<p><strong>Update 2:</strong> Wie Moritz in den Kommentaren anmerkt, gibt es bei Spiegel Online die <a href="http://www.spiegel.de/schlagzeilen/">Schlagzeilen-Seite</a>, auf der besuchte Hyperlinks deutlich zu erkennen sind.</p>
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