uxzentrisch erörtert:
Wie wichtig Tippfehlerdomains sind, zeigt Filezilla

Ein anschauliches Beispiel für die Wichtigkeit von Tippfehlerdomains liefert uns aktuell Filezilla.de.

Auf der Startseite warnen sie mit einem prominenten Warnhinweis vor »Download-Abzockern«. Offensichtlich hat jemand die Tippfehlerdomain filezila.de registriert und dort eine Landingpage für ein kostenpflichtiges Download-Jahresabo platziert.

Sehr ärgerlich für Filezilla, die das Thema auf einer eigenen Seite ausführlich zu erklären versuchen. Schade nur, dass dieser Warnhinweis, auch wenn er zweifellos sinnvoll ist, die meisten der fehlgeleiteten Nutzer wohl nicht erreichen wird.Das Prinzip »alle die im falschen Raum sitzten jetzt aufzeigen, bitte«, funktioniert aus Nutzersicht nicht wirklich.

Fazit: Für alle Webprojekte immer auch die Tippfehlerdomains mit einplanen.

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10 Kommentare

Martin Gude uxzentrisch vor 6 Jahren

Nur der Vollständigkeit halber: filezilla.de ist keine Website der Filezillaentwickler – auch wenn der Name so klingen mag – sondern eine Website die Werbung für Filezilla macht:

Hinweise: Filezilla.de ist eine unabhängige Homepage, die sich mit mit dem Thema »FileZilla-Software« beschäftigt, Ihnen das Programm in deutscher Sprache näherbringt und zum kostenlosen Download der Open Source Software verlinkt. Die offizielle Projekt-Homepage finden Sie unter filezilla-project.org.

Die nicht vorhandenen Tippfehlerdomains sind in diesem fall meines Erachtens zwar ärgerlich, jedoch sehe ich es nicht so, dass der Betreiber das in diesem Falle verhindern hätte sollen.

Anders wäre das natürlich in einem geschäftlichen Umfeld oder wenn filezilla.de von den Filezillaentwicklern betrieben würde.

Ingo vor 6 Jahren

Nette Idee, aber unrealistisch. Kombiniere mal alle möglichen Tippfehler (bei filezilla >20?) kombiniert mit allen möglichen Topleveldomains (230 country codes + ca 20 andere) – da können erhebliche Kosten zusammenkommen. Funktioniert auch nur _vor_ Etablierung des Produktnamens daß Domains nicht schon gegrabbt sind. Angenommen eine Domain kostet 10,-EUR im Jahr, schon sind wir bei >50.000,- pro Jahr. Das isses IMO nicht wert ;-)

Ein Ausweg aus der Tippfehlervielfalt wären vielleicht kurze »natürliche« Kunstnamen, aber diese Domains sind alle schon weg.

Ingo vor 6 Jahren

Na fein daß hier zensiert wird. Und tschüß.

Marian Steinbach uxzentrisch vor 6 Jahren

Hallo Ingo! Vielen Dank für Deinen (ersten) Kommentar. Der ist, genau wie Dein zweiter, von Akismet, dem WordPress Kommentar-Spam-Filter, fälschlicherweise als Spam eingestuft worden. Leider ist mir das eben erst aufgefallen und ich habe die Kommentare umgehend freigeschaltet.

Wir freuen uns sehr darüber, wenn Kommentare eine andere Auffassung vertreten als diejenige, die im Artikel von uns rüber kommt. Die Förderung der Debatte über solche kontroversen Themen ist eines der Ziele dieses Blogs.

Ich hoffe, damit den Verdacht einer absichtlichen Zensur entkräften zu können und gelobe Besserung bei der Einsicht der als Spam eingestuften Kommentare.

Tobias Jordans Autor vor 6 Jahren

@Ingo: Mein Artikel über Tippfehlerdomains im Detail steht noch aus. Kurz sei nur schonmal gesagt: Natürlich muss man immer Kosten und Nutzer abwägen. Aber es gibt bestimmte Tippfehler, die wahrscheinlicher sind als andere. Als Regel sollte man zudem festhalten: Nicht von mehr als einem Tippfehler gleichzeitig ausgehen, unwahrscheinlichere Tippfehler nur für die Primärländerdomain sichern. Das senkt die Kosten bereits extrem.
Filezila zeigt, dass es sehr offensichtliche Tippfehlerdomains gibt, die zu sichern sich lohnt!

Martin Gude uxzentrisch vor 6 Jahren

@Ingo Gerade bei OpenSource Projekten – wie es Filezilla nunmal ist – sehe ich das sehr ähnlich wie du. Da habe ich in keiner Weise die Erwartung, überhaupt mehr als eine Sourceforge oder Googlecode Website zu bekommen. Alles was mehr kommt ist sehr netter Zusatzservice. Es ist schon super eine dermassen gute Software kostenlos zu bekommen.

Die eigentlich natürliche Domain für dieses Projekt wäre meines Erachtens nach filezilla.org. Die liegt leider als Auktion bei GoDaddy. Also ist filezilla-project.org vollkommen ok – und mehr erwarte ich eigentlich nicht.

Aber wie oben schon gesagt, das ganze ändert sich in einem geschäftlichen Umfeld ganz deutlich. So sollte mircosoft.de eigentlich zu Microsoft weiterleiten. Aber wie du schon, geschrieben hast: First come, first served.

Ingo vor 6 Jahren

@Marian Gerade gesehen, feinfein ;-)

jonny vor 6 Jahren

hi!

mich würde mal interessieren welche rechtlichen mittel eine eher unkommerzielle angelegt unternehmung wie filezilla dagegen hätte ?
a wenn die marke eingetrage ist ?
oder
b wenn der Name keine eingetragene marke ist aber es sich eindeutig nur um einen tippfehler handelt und seiten die filezilla anbieten eindeutig die einzigen passenden inhalte sind…..

oder anders rum formuliert:
angenommen welches risiko geht der ein, der sich a ) filezilla.org b) wwwmyspace.com oder C) irgendeinen eine markenname.com, die zufällig frei war geschappt hat?

Tobias Jordans Autor vor 6 Jahren

@Jonny: Wenn die Marke registriert ist, kann man die URL meines Wissens nach recht einfach einklagen. Wie genau das geht, weiß ich aber nicht.
Wenn die Marke aber nicht registriet ist, hat man AFAIK einfach pech. Daher: Vorher zuschlagen :).
Du könntest mal schauen, was die Rechts-Blogger dazu schreiben.

Martin Gude uxzentrisch vor 6 Jahren

@Tobias: Der Schutz von Marken hat nicht nur was mit deren Eintragung zu tun. Marken müssen vor allem im geschäftlichen Verkehr verwendet werden und eine Unterscheidungskraft besitzen. So ist der Name einer juristischen Person immer marken- und namensrechtlich geschützt. Eine Eintragung vereinfacht aber den Nachweis, dass diese Marke seit einem bestimmten Zeitpunkt verwendet wird und eine Eintragung wiegt mesit mehr. Wie das aber ganz genau zur Zeit aussieht kann ich nicht aus dem Ärmel schütteln. Meine Medienrechtsvorlesung ist schon ein paar Jährchen her.