uxzentrisch erörtert:
Warum Facebook, Twitter und Yo nicht aus Deutschland kommen konnten

Es war Oktober 2008. Facebook hatte damals gerade mal 100 Millionen User und ich gerade mal 100 Facebook Freunde. Mein hauptsächliches Nutzungsszenario auf Facebook war Bandenkrieg spielen. Marc Zuckerberg, der damals noch keine 25 Jahre alt war, konnte vom WE Magazin bei seinem Deutschlandbesuch für ein Interview gewonnen werden. Wie man dem Screenshot meines Facebook Post entimmt, hatte ich Facebook damals nicht verstanden.

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Im Interview mit Zuckerberg, an dem ich online teilnahm, fragte ich Marc welchen Wert denn Facebook für die Menschen hat. Seine Antwort, an die ich mich in etwa erinnere, war: »Menschen kommunizieren über Facebook mit ihren Freunden. Sie teilen Bilder und Statusupdates. Dies hat einen Wert für Menschen.« Ich war zu dem Zeitpunkt 6 Jahre älter als Marc Zuckerberg und habe seine Aussage um den Wert von Kommunkation erst einige Zeit später verstanden.

Seit einiger Zeit habe ich Yo! installiert. Ich nutze es kaum, finde es aber höchstspannend und schicke einigen Freunden hin und wieder ein Yo! Auf iTunes habe ich dann folgende Rezension gelesen.

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Oft stehen wir im deutschsprachigen Raum neuen Dingen sehr skeptisch gegenüber und trauen uns gar nicht sie richtig zu verwenden. Ich glaube diese Grundskepsis sind ein extrem schlechter Nährboden für neue Ideen und auch der Grund warum diese Innovationen der Kommunikation nicht bei uns in Deutschland entstehen konnten und in Zukunft auch nicht werden.

3 Kommentare

Anja Engelke vor 1 Jahren

Hallo Tamim,

Du warst 2008 im Online-Interview mit Marc Zuckerberg?? Und hast ihn auch noch was gefragt? *ich brech zusammen*, das ist Tamim!

Ich mag Deine Screenshots und Deine facebook Story sehr und finde die YO App wie Du, super spannend. Gerade eben habe ich noch mit einem Kunden über die Vorteile der App diskutiert:
• Wir müssen uns keine Sorgen mehr um Datenschutz machen wenn wir nur noch YO’s verschicken ;-)
• Kein digitales Gedächtnis mehr fürchten (vgl. Konzept snapchat),
• Insgeheim und persönlich vereinbaren was ein YO oder YOYO bedeutet und dann genießen wenn es kommt. Nur Du weißt, was es bedeutet.

Aber Deinen Schluss des Artikels, den wünsche ich mir anders. Der ist mir persönlich zu destruktiv. So allgemein.

Ich mache mal ein Beispiel… Wir haben einen Workshop mit einem Kunden… Plötzlich ein lautes »YO«. Jeder dreht sich um, die Diskussion geht los. Wir sprühen wilde Ideen was sich alles hinter einem YO verbergen kann. Natürlich mussten wir alle die Hemmschwelle überwinden bei der Installation den Zugriff auf die Kontakte zu gewähren. Das ist uns aber leicht gefallen (o.k. hier haben wir einen Teil der potentiell neuen Nutzer verloren, dem anderen Teil ist es leicht gefallen), weil wir Spaß hatten und fasziniert waren und wissen, dass wir Apps wieder deinstallieren können.

Ich würde mir wünschen, dass das Ende Deines Artikels konstruktiver mit der Frage schließen würde:
Wie wir die Hürde nehmen uns auf neue Kommunikationsformen einzulassen? Mut zum Ausprobieren entwickeln? Menschen anstecken mit Faszination und Lust daran?

Bei der YO App und meinen Freunden hat es geklappt. Die machen mit. Warum? Weil ich sie nicht in Ruhe lies und flötete „the newest hottest shit – YO“. Und weil die App wirklich sympathisch und einfach ist! Und man weder Nerd sein muss noch Zeit braucht. Das sind wohlklingende Argumente für Offenheit in unserer Zeit.

Viele Grüße, Anja

Tamim Swaid Autor vor 1 Jahren

Super wie du deinen Bekanntenkreis dazu gebracht hast Yo auszuprobieren. Ich habe das bisher noch nicht getan :)
Kommunikationssysteme sind natürlich nur dann stark wenn es ein Gegenüber gibt, das das gleiche System nutzt.

Für mich war das ganze eher eine Art Feststellung. Ich wollte das auch nicht als Kritik formulieren. Ich weiß auch nicht ob Facebook & Co aus dem deutschsprachigen Raum kommen muss. Es ist auch absolut Ok skeptisch und vorsichtig zu sein. Wenn wir uns aber fragen warum solche Innovationen nicht aus Deutschland kommen ist meine Antwort: Weil wir es nicht zulassen – bzw. nicht dafür werben :)

Dem Internet ist es letztendlich relativ egal woher etwas kommt. Wenn es nützlich ist, wird es sich schon durchsetzen.

Tamim Swaid Autor vor 1 Jahren

Apropos weitersagen,

Ich habe 4 ello.co Invites. Wer einen konstruktiven Kommentar unter den Artikel setzt bekommt einen.