uxzentrisch erörtert:
Wie Dropbox unseren Sammler-Geist anspricht

Dropbox ist einer der großen Anbieter von Online-Speicherplatz mit Synchronisierung nicht nur für Windows und Mac, sondern auch für Systeme wie iPad, iPhone und Android.

Zum Einstieg bekommen Nutzer 2 Gigabyte Speicherplatz gratis. Das Geschäftsmodell von Dropbox besteht darin, möglichst viele Nutzer dahin zu bringen, dass ihnen diese 2 GB nicht mehr ausreichen und sie freiwillig Geld für mehr Speicher zahlen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, ist am höchsten, wenn der Nutzer die Vorzüge des Dienstes kennen lernt. Also motiviert Dropbox seine Nutzer, nacheinander ein paar Schritte durchzuführen, bei denen jeweils ein Feature vorgeführt wird.

Das ist nicht sonderlich aufwändig gemacht, und trotzdem sehr wirkungsvoll. Wenn ich die oben gezeigte Dropbox Startseite nach dem Einloggen öffne, füllt sich die Box-Abbildung auf der linken Seite in einer Animation. Zu meinem Leidwesen hält der Füllprozess jedoch an, bevor der Umriss komplett ausgemalt ist. Auf der rechten Seite sehe ich eine Liste mit 6 offenbar recht einfachen Handlungen, von denen ich offenbar schon drei abgehakt habe. Aber tatsächlich stehe ich insgesamt irgendwo zwischen »begonnen« und »komplett«.

Und als wäre mein Bauchgefühl, dass ich unbedingt diese drei unerledigten Aufgaben durchstreichen möchte, nicht genug der Motivation, bietet mir Dropbox auch noch eine Belohnung an, wenn ich mindestens 5 der 6 Aufgaben erledige. 250 MB zusätzlicher Gratis-Speicherplatz winken mir. Die will ich mir natürlich nicht entgehen lassen!

Die sechste und letzte der Aufgaben ist noch mal besonders clever gewählt: Wenn ich nun alle Vorzüge von Dropbox kennengelernt habe, soll ich Freunde einladen, ebenfalls in deren Genuss zu kommen.

Wer sich genauer umsieht, findet heraus: Das kann man auch einfacher haben. Man überspringt die Schritte 1 bis 5 und lädt direkt Freunde zu Dropbox ein. Für jeden, der sich aufgrund einer Einladung registriert, erhält der einladende Nutzer 250 MB zusätzlichen Speicher.

Wie gesagt, das will ich mir nicht entgehen lassen. Wer von Euch noch keinen Dropbox-Account hat, darf sich als Belohnung für das Lesen dieses Artikels über diesen Link einen der äußerst knappen, nur für kurze Zeit erhältlichen Gratis-Accounts von Dropbox sichern:

https://www.dropbox.com/referrals/NTU2ODU3NTU5

Nebenbei unterstützt ihr meine eigennützige Challenge, bis zu 8 GB freien Speicher durch Einladungen zu erreichen. Und noch ein Hinweis für alle, die nicht zufällig auf einem User Experience Blog gelandet sind: Dropbox ist auch ansonsten in Sachen User Interface und User Experience beispielhaft. Also schnell ein paar Screenshots für die eigene UX-Sammlung machen!

So. Wer kann nun alle Motivationstechniken aufzählen, die hier auf engstem Raum zum Einsatz kommen?

7 Kommentare

Lutz Schmitt uxzentrisch vor 5 Jahren

Wer denkt, dass Marian schon genug Speicherplatz hat, darf gerne auch mir 250MB schenken, indem er oder sie sich freundlicherweise über diese URL bei Dropbox anmeldet: https://www.dropbox.com/referrals/NTI0ODkyNjk

Zum Thema: Tatsächlich ist dieser Einführungscheck sehr schön gemacht. Besonders hervorzuheben ist die kluge Entscheidung, dass der Nutzer sich selbst schon einmal 250MB sichern kann, ohne dass er Freunde überzeugen muss – einfach indem er Dropbox richtig nutzt. Nach den ersten 250MB stellt sich dann tatsächlich (Eigentest) der Drang ein, jetzt auch Nummer sechs auf der Liste anzugehen. Sehr fein gemacht.

Marian Steinbach Autor vor 5 Jahren

»So far you‹ve earned 768MB of the 8GB maximum bonus space possible from referrals.«

Seltsamer Rundungsfehler, wie mir scheint. Aber davon abgesehen: VIELEN DANK an die drei, die meiner Einladung gefolgt sind. Es fehlen nur noch 29 erfolgreiche Einladungen bis zum Ausschöpfen meines maximalen Frei-Volumens.

Und, Lutz, wie kommst du so voran? ;-)

Ingo vor 5 Jahren

Mal was zum Datenschutz: Mal davon abgesehen, daß der Dropbox-Server die Files aus der Dropbox kennt (sollte man sich bei sensiblen Infos genau überlegen) – mit Dropbox holt man sich eine native Applikation auf den Rechner, die das gesamte Filesystem nach außen tragen könnte – theoretisch das perfekte Schnüffeltool. Leider verdammt praktisch ;-)

Lutz Schmitt uxzentrisch vor 5 Jahren

Danke an den ersten Platzspender. 250MB mehr! Es funktioniert also, sich als Trittbrettfahrer dranzuhängen. ;-)

@Ingo: Achtung, Paranoia-Verstärker: Jede Anwendung auf deinem Rechner hat Zugriff auf dein Dateisystem und wenn du nicht gerade eine rigide Firewall hast, auch Zugriff auf das Internetz.
Wo ich mir das gerade durch den Kopf gehen lasse… Ich glaube ich drucke alle meine Daten aus und vernichte dann meinen Computer – vielleicht haben die Internetausdrucker doch doch recht. /ironieende

Marian Steinbach Autor vor 5 Jahren

@Ingo: Du hast natürlich Recht! Man muss dem Unternehmen schon einen Vertrauensvorschuss geben. Im Jahr 2004 habe ich darüber in meinem eigenen Blog geschrieben. Damals ging es um die Desktop-Suche von Google und MSN/Microsoft. Ohne dass ich es rational begründen konnte, war ich damals bereit, die Google Desktop-Suche zu installieren. (Das war der mit Abstand schnellste und bequemste mir bekannte Weg, sein Dateisystem zu durchsuchen.) Als Microsoft sein Gegenstück präsentierte, hatte ich das Gefühl, dass ich dieses nicht würde einsetzen können – vor allem aus Gründen des fehlenden Vertrauens.

Dropbox genießt mein Vertrauen derzeit, auch wenn das bedeutet, dass die von mir auf amerikanischen Servern gespeicherten Daten damit auch der amerikanischen Gesetzgebung unterliegen. Das gleiche akzeptiere ich für meine privaten Mails (GMail) und Dokumente (Google Docs). Dropbox und Google haben mit ihren angebotenen Mehrwerten meinem anerzogenen Misstrauen letzlich das stärkere Argument gegenübergestellt. Ich hoffe natürlich, dass ich auch zukünftig von beiden nicht entäuscht werde.

David Hellmann vor 5 Jahren

Dropbox ist sehr geil. Nutze das intensiv! Hab sonen 50GB Account und wo ich noch Laptop und Desktop Rechner hatte war es die beste Sync Möglichkeit die automatisch und von selber im Hintergrund lief. Jetzt habe ich nur noch einen Desktop und freue mich aber dennoch von überall wo Internet vorhanden ist auch an gewisse Sachen zu kommen. Schöner Dienst.

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