uxzentrisch erörtert:
XING-ShipIt = UCD + Agile

XING verfolgt seit wenigen Monaten eine neue Strategie: ShipIt. Hinter dem Buzzword versteckt sich, was Jason Goldberg, neuer Produktchef bei XING, bei seinem Startup Socialmedian ausprobiert und gelernt hat.

In einer neuen Präsentation, die er anlässlich des OpenSocial-Launches in der Türkei-Zentrale von XING gehalten hat, beschreibt Goldberg, was er unter ShipIt versteht.

Klang die erste Beschreibung von ShipIt im Einführungsblogpost vom März noch missverständlich nach öffenentlicher Beta auf Kosten der Nutzer, wird in dieser Präsentation besser deutlich, was Goldberg bei XING mit ShipIt erreichen möchte (Folie 14):

Ship it!

  • Fast as possible
  • Minimum required
  • Embrace feedback
  • Rapid iteration

Mit diesen vier Schlagworten schafft Goldberg es, zwei zentrale Themen/Bestandteile eines User-Experience-Prozesses zusammenzufassen:

  1. User Centered Design (UCD): Den Nutzer ins Zentrum stellen und so früh und intensiv wie möglich in die Produktentwicklung einbeziehen. Goldberg reduziert es auf einen Satz: »User knows better«
  2. Agile Methoden: Produktentwicklung in viele Teilpakete unterteilen die jeweils einen Kundennutzen haben. Lieber den Umfang eines Releases reduzieren als die Zeit bis zum Release verlängern. »Stop debating and analyzing and start shipping!« nennt Goldberg es.

Soviel zur Theorie. Doch hinter diesen griffigen Schlagwörtern liegt ein langer Weg des Umdenkens in einer Firma – sowohl kulturell als auch prozessual.

XING hat hierbei eine gute Startposition: Mit agilen Entwicklungsprozessen haben sie sich schon länger befasst, wie man in ihrem Blog lesen kann. Und als junges Web2.0-Community-Unternehmen sollten sie insgesamt weniger Probleme damit haben, die Illusion der Kontrolle über Ihr Produkt abzugeben, und andere Methoden auszuprobieren – insbesondere im Vergleich zu manchem Konzern.

Wenn sie es jetzt schaffen, die vielen neuen Prozesse aufzusetzen, die sowohl intern als auch im Dialog mit dem Kunden nötig sind, um UCD und Agilität in allen Phasen der Produktentwicklung zu leben, werden wir alle, Nutzer, Mitarbeiter und Unternehmen, Freude daran haben – am Mitarbeiten und am Nutzen.